Landesstraße 14 kaputt  Nur noch Tempo 50 auf Buckelpiste von Timmel nach Hatshausen

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 06.07.2022 07:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die L 14 kurz vor Timmel mit Blick auf die Brücke über den Südarm des Fehntjer Tiefs. Gut erkennbar: die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Foto: Cordsen
Die L 14 kurz vor Timmel mit Blick auf die Brücke über den Südarm des Fehntjer Tiefs. Gut erkennbar: die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Foto: Cordsen
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Auf der stark beschädigten Landesstraße 14 darf streckenweise nur noch halb so schnell wie früher gefahren werden. Eine Sanierung ist geplant, doch da gibt es ein Problem.

Timmel/Hatshausen- Gerade zwischen Timmel und Hatshausen hat sich die Landesstraße 14 (L 14) in den vergangenen Jahren in eine Buckelpiste verwandelt. Und dort, wo bis vor gut einem Jahr sogar noch Tempo 100 erlaubt war, ist die Höchstgeschwindigkeit am Donnerstag von 70 auf 50 Stundenkilometer verringert worden. Aus Sicherheitsgründen. Das wird voraussichtlich noch etwa ein Jahr lang so bleiben. Immer wieder durchziehen Risse den Asphalt, die Fahrbahn ist immer wieder versackt oder wölbt sich. So sehr, dass der Chef der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich, Frank Buchholz, die Verwerfungen im Fahrbahn-Gebilde halb scherzhaft als „schon ein bisschen Wellaform“ bezeichnet.

Was und warum

Darum geht es: Auf der sanierungsbedürftigen L 14 darf teilweise nur noch Tempo 50 gefahren werden.

Vor allem interessant für: Alle, die die viel befahrene Straße zwischen Moormerland und Aurich nutzen.

Deshalb berichten wir: Im kommenden Jahr soll die Straße saniert werden. Aktuell sind Schilder mit Tempodrosselungen aufgestellt worden.

Den Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Nun geht es hier aber eben nicht um jahrzehntealte Frisiercreme, sondern um eine jahrzehntealte Straße, die dringend sanierungsbedürftig ist. „Wenn man von Timmel aus über die Brücke über den Südarm des Fehntjer Tiefs gefahren ist, konnte es – je nach Tempo und je nachdem, wie gut gefedert das eigene Auto war – schon passieren, dass man bei der Berg- und Talfahrt mit dem Kopf an der Decke des Autos hing“, sagt Buchholz. „Man merkt, da war auch im Untergrund was los, über die Jahrzehnte.“ Und weil die Fahrbahn sich stetig weiter verschlechtert habe, habe kürzlich die zuständige Straßenmeisterei reagiert und aus Rücksicht auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und ihrer Fahrzeuge die Höchstgeschwindigkeit gedrosselt.

Vollsperrung muss sein – doch die bringt Probleme

Die Behörde möchte die Straße eigentlich gern zügig anpacken und sanieren. „Wir wollten eigentlich zum Jahresende einen Auftrag erteilen, und es sollte noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden“, sagt Buchholz. Erste Gespräche mit der zuständigen Verkehrsbehörde hätten aber zu Einschränkungen geführt: „Wir würden die Freigabe nur dann bekommen, wenn über die Sommerferien gebaut wird“, sagt der Behördenleiter. „Denn über die Strecke rollen zahlreiche Schulbusse, und die hätten an der Stelle ein großes Problem, Ausweichstrecken zu finden.“ Wegen der geringen Breite der Landesstraße sei eine Sanierung mit halbseitiger Sperrung aber „schlicht nicht machbar“. Entsprechend werde es zu einer Vollsperrung kommen müssen – spätestens Mitte kommenden Jahres.

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Dabei soll die Straße grob geplant von der Mündung der Ulbarger Straße im Ortskern von Timmel auf einem in etwa fünf Kilometer langen Abschnitt bis nach Warsingsfehn saniert werden. Denn auch von Hatshausen bis Warsingsfehn ist die Fahrbahn ebenfalls gewellt, versackt, beschädigt. „Ganz genau steht die Länge des zu sanierenden Abschnittes noch nicht fest“, sagt Buchholz. „Das hängt auch davon ab, wie viel Geld uns am Ende zur Verfügung steht.“ Ganz grob geschätzt gehe man aktuell von Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro für die Sanierung aus. „In Zeiten wie diesen sind solche Schätzungen nicht belastbar, aber für den Landesstraßenhaushalt ist das schon eine Nummer“, sagt Buchholz.

Auch Sanierung der L 12 bei Wiesmoor ist weiter im Fokus

Es werde aber darum gehen, die Asphalt-Tragschicht abzufräsen und zu ersetzen sowie die darunter liegende Schottertragschicht zu erneuern und dem eigentlichen Straßenprofil wieder anzupassen. „Trotz manch schwieriger Bodenverhältnisse wird das Geld nicht reichen, zusätzlich den Boden tief auszukoffern und auszutauschen. Solche Arbeiten würden die Dauer der Arbeiten deutlich verlängern und dafür fehlt aktuell das Geld“, so Buchholz.

Und was ist mit der ähnlich holprigen und ebenfalls auf Tempo 50 gedrosselten Oldenburger Straße (L 12) zwischen Neudorf (Uplengen) und dem Wiesmoorer Ortsteil Hinrichsfehn? Mehrfach hatten der amtierende Wiesmoorer Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) und sein Vorgänger Friedrich Völler (SPD) sowie diverse Ratsmitglieder auf Behebung der Schäden gepocht. „Das ist eine Maßnahme, die wir ebenfalls im kommenden Jahr gern angehen und abschließen möchten“, sagt Buchholz. „Da müssen wir schauen, was an Geld zur Verfügung steht.“ In dieses Jahr vorziehen habe man das Projekt leider nicht können. „Aber auch da sind wir dran.“

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