Berlin Flüchtlinge: Den Schleuser-Clans das Handwerk legen
Schleuserbanden verdienen Millionen mit Flüchtlingen, die ihnen jeweils Tausende Euro zahlen. Man muss die Clans dahinter entschieden bekämpfen, so wie jetzt.
4500 Euro zahlen Flüchtlinge an Menschenschleuser, um über den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien zu kommen. Es ist ein Millionengeschäft, organisiert von skrupellosen Clans, die international vernetzt sind und dem nun offenbar endlich Einhalt geboten wird.
Das Geschäft mit dem Leben von Menschen, von denen viele bei der gefährlichen Überfahrt sterben, geschieht nicht irgendwo, sondern direkt vor unserer Haustür. Boote und Ausrüstung stammen aus Osnabrück und Umland. Die Helfershelfer des Geschäfts mit der Sehnsucht nach einem besseren Leben können unsere Nachbarn sein. Man muss ihnen das Handwerk legen.
Dass gegen sie jetzt koordiniert international vorgegangen wird, ist ein Fortschritt, aber nicht die Lösung des Problems. Dass die Schleuserbanden so gute Geschäfte machen können, ist auch Ergebnis des Nicht-Handelns der Europäischen Union. Unter anderem deshalb ist Großbritannien heute nicht mehr Mitglied.
Der Ukraine-Krieg hat das menschliche Drama der Flüchtlinge aus dem Fokus gedrängt, aber das darf so nicht bleiben. Das Sterben und Leiden im Ärmelkanal ist eine humanitäre Katastrophe. Klimawandel und Hunger werden noch mehr Menschen aus Afrika veranlassen, ihre Heimat gen Europa zu verlassen. Der Kleinkrieg um Fischereirechte hat die Zusammenarbeit zwischen dem Nicht-Mehr-EU-Mitglied Großbritannien und Frankreich gestört – und die Flüchtlinge zahlen den Preis dafür. Frankreich will sie nicht behalten, Großbritannien sie nicht aufnehmen.
Das Geschäft der skrupellosen Menschen-Schleuser wird so lange weiter florieren und sich neue Wege bahnen, bis Europa sich endlich auf eine klare, gemeinsame Flüchtlingspolitik verständigt hat. Maximaler Grenzschutz und ein legaler Weg in die EU für Asylberechtigte – beides muss endlich umgesetzt werden.