Lernen bei Hitze  In vielen Emder Klassenzimmern ist es zu heiß

| | 06.07.2022 10:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch wenn das Thermometer über 30 Grad steigt: Hitzefrei gibt es deswegen nicht automatisch. Das muss jeweils im Einzelfall von der Schulleitung entschieden werden. DPA-Symbolfoto: S. Kahnert
Auch wenn das Thermometer über 30 Grad steigt: Hitzefrei gibt es deswegen nicht automatisch. Das muss jeweils im Einzelfall von der Schulleitung entschieden werden. DPA-Symbolfoto: S. Kahnert
Artikel teilen:

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Lernen im Klassenzimmer mitunter zur Qual. Die Stadt hat Werte von bis zu 35 Grad an einzelnen Schulen gemessen. Nun ist sie auf der Suche nach kühlen Lösungen.

Emden - In vielen Emder Klassenzimmern kommt man schnell ins Schwitzen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Stadt, die in den zurückliegenden Sommerferien die Temperaturen in den Schulen gemessen hat. Ziel war es, unter gleichen Bedingungen die Temperaturen zu erfassen - eben dann, wenn die Räume ungenutzt und unbelüftet sind.

Was und warum

Darum geht es: In vielen Emder Klassenzimmern ist es zu heiß. Das hat eine Untersuchung der Stadt ergeben.

Vor allem interessant für: Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer

Deshalb berichten wir: Die Ergebnisse der Auswertung waren Thema im jüngsten Ausschuss für Gebäudemanagement. Dort wurden sie unterschiedlich aufgefasst.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de

Das Thermometer kletterte besonders häufig in der Grundschule Grüner Weg sowie in den beiden Berufsbildenden Schulen über die 28 beziehungsweise gar über die 30 Grad Marke. Diese drei Schulen stehen jetzt an der Spitze einer Prioritätenliste, die die Stadt am Dienstag im Ausschuss für Gebäudemanagement vorstellte. In den jetzt bevorstehenden Sommerferien sollen dort weitere Messungen gemacht werden, um dann individuelle Maßnahmen mit den Schulen zu besprechen.

Auch Unterricht im Freien ist denkbar

Die Stadt denkt etwa an eine Anpassung der Belegung der Klassenräume zu unterschiedlichen Tageszeiten, verschiedene Möglichkeiten des Lüftens sowie von Beschattung. Auch über Unterricht im Freien soll nachgedacht werden. Fest steht aber schon jetzt: Eine aktive Kühlung von Räumen, etwa mit Klimaanlagen oder ähnlichem, soll vermieden werden. Zu hoch seien die Investitionskosten sowie der hohe Stromverbrauch, der damit verbunden ist.

Gemessen wurde bislang in den erfahrungsgemäß wärmsten Räumen. Die Temperaturen an den Schulen lagen zwischen 20 bis 35 Grad. Es gibt einzelne Spitzen mit Werten über 35 Grad. Dadurch, dass die Räume im Untersuchungszeitraum nicht gelüftet worden sind, habe sich eine gewisse Grundwärme entwickelt, die im normalen Schulbetrieb aber nicht zu erwarten sei, heißt es in den Untersuchungsergebnissen der Stadt. Die gemessenen Werte seien somit nicht repräsentativ.

Vorgehen stößt auf verschiedene Meinungen

Im Ausschuss stieß das Vorgehen der Stadt und die Priorisierung von vorerst drei Schulen auf verschiedene Meinungen. Die Zahl von drei Schulen, die jetzt in den Fokus rücken sollen, sei „völlig willkürlich“ sagte CDU-Ratsherr und Kreisvorsitzender Wilke Held. Andere Schulen, in denen es ähnlich warm sei, müssten nun lange darauf warten, ehe etwas passiert. „Das kann es doch nicht sein.“ Held bat die Verwaltung darum, das Thema, das auf einen Antrag des Jugendparlaments zurückgeht, doch bitte ernst zu nehmen. Ähnlich sieht es auch Lars Mennenga, der für die Gruppe Die Fraktion im Emder Rat sitzt. Das Verfahren der Stadt sei zu langwierig und sollte beschleunigt werden. Jochen Eichhorn von der GfE-Fraktion gab zu bedenken, dass „es früher auch warm war.“ Außerdem gebe es ja noch die Möglichkeit, Hitzefrei zu geben.

Wann gibt es eigentlich Hitzefrei?

Auch, wenn sich Gerüchte rund um das Thema Hitzefrei hartnäckig halten: Festgelegte Kriterien wie eine Maximaltemperatur im Klassenraum gibt es dafür nicht. Laut Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums muss jede Schule individuell bestimmen, wann die Schüler Hitzefrei bekommen und wann nicht. Das letzte Wort hat der Schulleiter: Wenn in Niedersachsens Schulen der Unterricht durch die Hitze erheblich beeinträchtigt ist, kann die Schulleiterin oder der Schulleiter hitzefrei geben - und zwar für einzelne Klassen oder alle Klassen des Primarbereichs und des Sekundarbereichs I. Allerdings ist die Schule in der Aufsichtspflicht, bis die Schüler das Schulgelände verlassen. Für Schüler der Sekundarstufe 2 gelten andere Regeln.

Ähnliche Artikel