Schwierige Strafverfolgung Schmierereien und Sticker am Pilsumer Leuchtturm
Aus der Ferne sind sie kaum zu erkennen, doch wenn man vor dem Pilsumer Leuchtturm steht, kann man sie sehen: Sticker, gemalte Ottifanten und Bekundungen à la „wir waren hier“. Schön ist das nicht.
Krummhörn - Sommerzeit ist Urlaubszeit. Doch nicht nur in den Sommerferien kommen täglich viele Touristen zum Pilsumer Leuchtturm. Dass man an einem der Wahrzeichen Ostfrieslands war, muss natürlich mit Fotos festgehalten werden. Doch was ist das? Sticker und Schmierereien stören im Bild, das als Erinnerung dienen soll. Wilko und Edda, Samuel und Thale oder auch Luise und Tobi waren schon am Pilsumer Leuchtturm – das haben sie alle, die nach ihnen da sind, wissen lassen. Denn sie haben sich mit Stiften an der Fassade des Wahrzeichens verewigt und damit sind sie nicht die Einzigen. Einige haben nur ihre Namen und das Datum hingeschrieben, andere sind kreativ geworden und haben Ottifanten gemalt. Denn schließlich ist das ja das Zuhause von Otto Waalkes, zumindest in seinen Komödien.
Was und warum
Darum geht es: Schmierereien, Sticker und sogar Einritzungen am Pilsumer Leuchtturm
Vor allem interessant für: Ostfriesen und Fans des Wahrzeichens
Deshalb berichten wir: Bei einem Ausflug zum Leuchtturm sind der Autorin die Verewigungen einiger Besucherinnen und Besucher aufgefallen. Die Autorin erreichen Sie unter: d.hoppe@zgo.de
Besonders heftig fällt eine Einritzung an einem der roten Streifen des Pilsumer Leuchtturms ins Auge. Hier muss jemand länger gesessen haben, um etwas in die Fassade zu ritzen. Aber wie kommt man darauf, einfach irgendwo draufzumalen, zu schreiben, Sticker hinzukleben oder sogar etwas einzuritzen? Diese Frage bleibt zwar wohl unbeantwortet. Ein Verhalten wie dieses kann jedoch als Sachbeschädigung zählen, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund weiß. Das kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren enden, heißt es.
Strafanzeigen haben meist wenig Erfolg
„Wir haben tatsächlich schon einige Strafanzeigen gestellt. Eine sogar erfolgreich“, berichtet Frank Rosenberg, Rendant der für das Bauwerk zuständigen Deichacht Krummhörn. „Das war eine Frau, die am Leuchtturm eine Botschaft für ihren Partner hinterlassen hat. Sie wurde auf frischer Tat ertappt“, erinnert er sich. Das sei vor zwei Jahren gewesen, als auch der jüngste Anstrich aufgetragen wurde. Der war nicht günstig: 800 Euro hatte die neue Farbe die Deichacht Krummhörn gekostet. Hinzu kamen 5000 Euro für das Baugerüst. „Teils haben wir das sogar in Eigenleistung gemacht“, fügt Alwin Brinkmann, Oberdeichrichter der Deichacht hinzu. .
Er fühlt sich machtlos: „Da kann man nichts gegen machen, nur reparieren“, meint Brinkmann. „Das ist eine Sauerei, die es schon seit vielen Jahren gibt. Aber da der Leuchtturm ja nicht mitten in der Stadt steht, werden die meisten nicht erwischt.“ Auch sein Kollege Frank Rosenberg ist etwas ratlos: „Irgendwie gehört es zum Teil auch schon dazu, so blöd sich das anhören mag. Wir von der Deichacht und die Polizei selbst sind nicht immer da. Aber auch die Einheimischen finden das schade und haben auch schon Leute angesprochen. Da sind dann auch vor Ort schon einmal welche aneinander geraten und die Polizei ist gekommen und hat sich sie Namen notiert.“ Dann könne man etwas tun. Anzeigen gegen unbekannt seien hingegen eher wenig erfolgsversprechend. „Wir sind deshalb dazu übergegangen, in der Regel alle zwei Jahre die unteren beiden Ringe neu zu streichen, weil diese meist beschmiert werden“, erklärt der Deichacht-Rendant.
Eine Überwachungskamera könnten sie als Deichacht zwar aufstellen, Rosenberg hat jedoch Bedenken, dass das aus Datenschutzgründen nicht so einfach umsetzbar ist. Immerhin handelt es sich um öffentlichen Raum. Aber vielleicht kann man andere Möglichkeiten zur Verewigung bieten, damit der Leuchtturm nicht mehr herhalten muss? „Wir haben daneben ja diesen ,Schlosspark‘, an dem man Schlösser aufhängen kann. Außerdem gibt es jetzt eine Idee, dass man an anderer Stelle anbietet, Plaketten zu befestigen. Da müsste es aber auch einen Laden geben, wo man die kaufen und gravieren lassen kann“, überlegt Frank Rosenberg. Eine Tafel zum Draufschreiben aufzuhängen, die die Besucher anstelle des Turms zum Verewigen nutzen könnten, hält er hingegen nicht für sinnvoll. „Wir werden das nie vernünftig unterbinden können. Das zeigen die Erfahrungen der letzten 20 Jahre.“