Lückenschluss an der L 27 Planungen für Bürgerradweg schreiten voran
Obwohl umdisponiert wurde, könnte dieses Jahr die Strecke Greetsiel-Norden für einen neuen Radweg vorbereitet werden. Bei zwei weiteren wird es noch dauern.
Krummhörn/Altkreis Norden/Brookmerland - Mit dem Verein Bürgerradweg Ostermarsch gibt es nun schon drei Gruppen in Ostfriesland, die mithilfe von ehrenamtlicher Arbeit Radweglücken schließen wollen. Wie gehen die Planungen dort voran? Wie sieht es unterdessen bei Schoonorth und wie zwischen Greetsiel und Norden-Leybuchtpolder aus, wo die beiden anderen Radwegvereine tätig sind?
Was und warum
Darum geht es: In Ostfriesland sollen nach aktuellem Stand drei Bürgerradwege entstehen. Beim ersten davon könnten die Arbeiten vor Ort noch in diesem Jahr beginnen.
Vor allem interessant für: Radfahrer, die im Altkreis Norden, in der Krummhörn und im Brookmerland unterwegs sind
Deshalb berichten wir: Wir hatten kürzlich den Hinweis bekommen, dass sich der Bau des ersten Radwegs angeblich verzögern soll. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Das Projekt Greetsiel-Norden ist das am weitesten vorangeschrittene, wie auf Nachfragen unserer Zeitung deutlich wird. Dort wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der erste Bürgerradweg der Region gebaut werden. Vielleicht geht es mit den vorbereitenden Arbeiten noch in diesem Herbst los. Die Idee dahinter: Indem sich ein Trägerverein für die Baumaßnahme gründet, gibt es Zugriff auf einen relativ jungen Fördertopf des Landes Niedersachsen. Der Verein arbeitet bei der Realisierung mit den Behörden zusammen und muss sich unter anderem um Spenden kümmern und betroffene Landeigentümer davon überzeugen, Streifen für den Radweg zu verkaufen.
Radweg bei Greetsiel wird breiter
Was das angeht, so hat der Verein „Up Pad gesund mit Rad“ vergleichsweise viel Glück. Für die Schließung der betroffenen rund 3,3 Kilometer langen Radweglücke nördlich von Greetsiel werden nämlich nur Flächen benötigt, die dem Ersten Entwässerungsverband Emden, dem Landkreis Aurich und dem Land Niedersachsen gehören. Das beschleunigte die Absprachen, die im Falle von Privatbesitzern in der Regel schwieriger sind. Dazu kommen noch die Kontakte des Mit-Initiators Enno Appelhagen zur Landespolitik und das Engagement von Wulf-Ingo Schöne. Er war früher stellvertretender Baudezernent des Landkreises Aurich und hat jetzt in dem Norder Verein den Hut bei der Planung auf.
Trotzdem habe es in den vergangenen zwei Jahren auch Probleme bei der Vorbereitung gegeben. So habe es zuletzt geheißen, dass der Radweg nun 2,20 statt zwei Meter breit sein muss – eine Vorgabe aus Hannover, die alles etwas durcheinanderwarf. „Es müssen nun noch die Planfeststellungs-Unterlagen ausgelegt werden“, kündigt Schöne gegenüber unserer Zeitung an. Auch müssten die Behörden noch eine Ausschreibung starten, damit möglichst in diesem Herbst schon einmal Grünzeug entlang der vorgesehenen Strecke entfernt werden kann.
Späterer Arbeitsbeginn hätte keine Folgen
Falls das dieses Jahr nichts mehr wird, wird das jedoch keine Folgen für den Zeitplan insgesamt haben. Das sagt Frank Buchholz, Leiter des Geschäftsbereichs Aurich der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. So gebe es in dem Bereich nur wenig störenden Bewuchs und wenn dieser entfernt werde, handle es sich eher um einen symbolischen Arbeitsschritt. Die Pläne für das Bauvorhaben seien soweit genehmigt und man warte nur noch auf den Planfeststellungs-Beschluss. Bei den anderen beiden Bürgerradwegen sehe das anders aus. Der bei Schoonorth sei noch nicht offiziell als solcher vom Verkehrsministerium anerkannt. Von dem Vorhaben in Ostermarsch wusste Buchholz noch nicht einmal etwas, als ihn unsere Zeitung darauf ansprach.
Beim für den Bereich Schoonorth zuständigen Verein mit dem Namen Radweglückenschluss an der L4 (Landesstraße 4) ist Garrelt Agena Vorsitzender. Er und die rund 75 anderen Mitglieder wollen einen etwa 2,1 Kilometer langen Abschnitt zwischen Wirdum und Norden schließen. Die restlichen acht Kilometer nach Norden gehören zum „vordringlichen Bedarf“ des Radwegekonzepts des Landes und sollen damit auf regulärem Wege ausgebaut werden. Trotzdem bleibt es für den Verein eine große Aufgabe.
Das planen die Ostermarscher
Man müsse weiter Gespräche mit Grundeigentümern führen und werbe dabei auch entlang des besagten Acht-Kilometer-Abschnitts, auch wenn der Verein dort gar nicht zuständig sei, so Agena. Man entwickle zudem gerade Werbeflyer und eine Website. Ende des Monats gehe es für die weitere Abstimmung nach Aurich, wo sich der Verein mit Vertretern der Straßenbehörde, des Landkreises und der betroffenen Kommunen bespreche. Das sind die Gemeinde Krummhörn, die Samtgemeinde Brookmerland und die Stadt Norden. Wann es mit dem Bau losgehen könnte, vermag der Vorsitzende aber noch nicht zu sagen. Auf jeden Fall werde es bis zur Fertigstellung Jahre dauern. „Wir wollen uns nicht entmutigen lassen.“ Immerhin sei der fehlende Radweg für jeden eine Zumutung, findet er.
Auch in Norden-Ostermarsch gibt es nun einen eigenen Trägerverein. Er heißt „Bürgerradweg Ostermarsch“, zählt derzeit laut dessen Vorsitzendem Siegbert Schumann etwa 80 Mitglieder und wartet darauf, als gemeinnützig anerkannt zu werden. Konkret besprochen worden sei noch nichts, aber für dieses Wochenende sei wieder ein Treffen anberaumt. Für die Planungskosten seien immerhin bereits 20.000 Euro in den Haushalt der Stadt Norden eingeplant worden.
Angedacht ist laut Schumann, einen 2,4 Kilometer langen Bürgerradweg bauen zu lassen, der sich entlang der Landesstraße L5 zwischen dem Waloseum und dem Stadtteil erstreckt. Seit mehr als 15 Jahren bemühten sich Anwohner und Ortsvorsteher Manfred Placke (SPD) bereits um den Lückenschluss, weiß Schumann. Zuletzt gelang es ihnen im Jahr 2018 zumindest, die Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 Stundenkilometer drosseln zu lassen.