Kein Platz mehr für Firmen  Gemeinde Krummhörn will Gewerbeflächen zukaufen

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 07.07.2022 16:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Gewerbegebiet Westerhuser Neuland sollte einst 30 Hektar groß werden und in diesem Bereich der Autobahn 31 entstehen. Foto: Archiv
Das Gewerbegebiet Westerhuser Neuland sollte einst 30 Hektar groß werden und in diesem Bereich der Autobahn 31 entstehen. Foto: Archiv
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Zwei Millionen Euro will die Gemeinde Krummhörn in den Ankauf neuer Gewerbeflächen stecken. Derzeit sind alle belegt – ebenso wie in Hinte. Wie sieht es da aus?

Krummhörn/Hinte - Es sollte 30 Hektar groß sein, direkt an der Autobahn liegen und sowohl der Stadt Emden, als auch den Gemeinden Hinte und Krummhörn dienen. Die Rede ist vom interkommunalen Gewerbegebiet Westerhuser Neuland, dessen Planung inzwischen jedoch weitestgehend über den Haufen geworfen ist. Der Zweckverband wurde aufgelöst und die Kommunen müssen nun nach jeweils eigenen Lösungen suchen. Schaut man nur auf die Krummhörn und auf Hinte, so gibt es nämlich derzeit überhaupt keine freien Gewerbeflächen mehr. Das behindert die wirtschaftliche Entwicklung, denn mit den Flächen kommen auch die Firmen, die Kunden und die höheren Gewerbesteuer-Einnahmen.

Was und warum

Darum geht es: um die fehlende Möglichkeit, neue Firmen in Hinte und in der Krummhörn anzusiedeln und den bestehenden mehr Platz zu bieten

Vor allem interessant für: Firmen und Kunden in den beiden Gemeinden

Deshalb berichten wir: Kürzlich wurde im Krummhörner Finanzausschuss bekannt, dass die Gemeinde zwei Millionen Euro in Pewsum investieren möchte.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Die Gemeinde Krummhörn lenkt jetzt ein, wie kürzlich bei der öffentlichen Vorstellung des Haushaltsplans für dieses und das kommende Jahr deutlich wurde. Demnach sollen zwei Millionen Euro für das Gewerbegebiet in Pewsum investiert werden, hieß es in dem Vorschlag der Verwaltung. Auf Nachfrage bestätigt nun Gemeindesprecher Fritz Harders, dass mit dem Geld neue Flächen dazugekauft werden sollen. Wie groß sie sein werden, stehe noch nicht fest, aber man versuche, so viel wie möglich zu bekommen.

Anfragen kommen immer wieder

Die Planung stehe aber noch ganz am Anfang und man könne so auch noch nicht sagen, in welche Richtung erweitert werden würde. Die Nachfrage von den Betrieben sei da. Zwar führe man keine Warteliste, aber immer mal wieder melde sich jemand, so Harders. Das Gewerbegebiet liegt im Südosten Pewsums zwischen Handelsstraße und Jannes-Ohling-Straße. Ein weiteres größeres liegt vor den Toren Greetsiels an der Gewerbestraße.

Auch in Hinte mangelt es an Flächen. Zwar wird dort weiter über eine auf zehn Hektar abgespeckte Version von Westerhuser Neuland an der Autobahn diskutiert. So einfach ist das aber nicht, denn es gibt „erhebliche Probleme“ mit der Verkehrsanbindung, die nur „mit großem finanziellen Aufwand gelöst werden“ können, heißt es in eine Pressemitteilung des nun ausgelösten Zweckverbands. Eine von Teilen der Politik geforderte weitere Verkleinerung auf etwa fünf Hektar Gewerbeflächen, mit der man die damit zusammenhängenden Probleme umgehen könnte, sieht die Gemeinde hingegen als zu unrentabel an. Wie also geht es dort jetzt weiter?

Ein bis zwei Hektar würden erstmal ausreichen

„Westerhuser Neuland bleibt in unseren Köpfen und kann jederzeit wieder aktuell werden“, schreibt auf Nachfrage Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos). Zunächst wolle man allerdings im Auge behalten, wie sich die Verkehrssituation im geplanten neuen Emder Baugebiet Conrebbersweg-West entwickle. Daraus sollen dann Rückschlüsse gezogen werden. Redenius schätzt, dass erst einmal ein bis zwei Hektar neue Gewerbeflächen in Hinte ausreichen würden, um den Bedarf von kleineren Betrieben einige Jahre lang zu decken.

Darüber hinaus sei geplant, sich das bestehende Gewerbegebiet an der Gewerbestraße noch einmal „in Gänze“ anzusehen. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Fest stehe nur, dass man sich auf die Bereiche an der Durchfahrtsstraße fokussiere, so der Bürgermeister. Sollte eine Lösung gefunden werden, könne man auf Kompensationsflächen zurückgreifen, die man bereits vorhalte. Es ist nämlich vorgeschrieben, dass für jedes Stück zerstörte Natur eine Ausgleichsfläche ausgewiesen werden muss.

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