Osnabrück Arbeiten im Supermarkt: Das verdienen Mitarbeiter bei Rewe und Penny
Rewe-Supermärkte werden entweder vom Konzern selbst oder von selbstständigen Kaufleuten betrieben. In puncto Gehalt kann das für Angestellte einen erheblichen Unterschied machen. Anders bei Penny.
Rund 3,1 Millionen Menschen arbeiten laut Statista in Deutschland im Einzelhandel, viele von ihnen als Verkäufer und Kassierer. Rewe ist dabei nach Edeka der zweitgrößte Lebensmittelhändler. Bundesweit gibt es rund 3.700 Rewe-Märkte sowie etwa 2.200 Filialen des Discounters Penny, der ebenfalls zum Rewe-Konzern zählt.
Wie viel Rewe-Beschäftigte verdienen, ist von den Tarifverträgen der Bundesländer oder den jeweiligen Einzelhändlern selbst abhängig. Denn Rewe-Supermärkte werden entweder als Filialen, sprich unter der Regie des Konzerns selbst, oder durch selbstständige Kaufleute betrieben. Kunden fällt dieser Unterschied beim Einkauf kaum auf – lediglich ein kleiner Namenszusatz im Logo weist darauf hin.
Für die Beschäftigten aber kann der Unterschied erheblich sein. Denn während die in Eigenregie geführten Rewe-Märkte ebenso wie die Penny-Märkte tarifgebunden sind, trifft das auf die privat geführten Rewe-Märkte in der Regel nicht zu. Die Folge: Selbstständige Händler zahlen ihren Mitarbeitern oftmals niedrigere Löhne.
Anhaltspunkte, wie viel Penny- und Rewe-Beschäftigte verdienen, die tariflich bezahlt werden, gibt der Tarifvertrag für den Einzelhandel. Bei der Eingruppierung in die verschiedenen Gehaltsgruppen kommt es dabei auf die tatsächlich verrichtete Tätigkeit an. Die Höhe des Gehalts richtet sich dann unter anderem nach den Berufsjahren.
In Niedersachsen verdienen demnach Angestellte ohne Berufsausbildung in Vollzeit je nach Tätigkeitsjahr zwischen 1.704 und 1.763 Euro brutto im Monat.
Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, etwa zum Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel, befindet sich in einer höheren Gehaltsgruppe. Dem Tarifvertrag zufolge haben diese Personen aufgrund ihrer Ausbildung das zweite Berufsjahr bereits zurückgelegt und werden damit automatisch in das dritte Berufsjahr eingestuft.
Diese Beschäftigte starten somit mit einem Brutto-Gehalt in Höhe von 2.170 Euro im Monat, was einem Stundenlohn von 13,31 Euro entspricht. Im Laufe der Berufsjahre kann sich das Gehalt auf monatlich 2.832 Euro brutto beziehungsweise 17,37 Euro die Stunde erhöhen. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn liegt derzeit bei 10,45 Euro pro Stunde und steigt im Oktober auf 12 Euro.
Bei Verkaufsstellen- beziehungsweise Abteilungsleitern richtet sich die Höhe ihres Verdienstes auch danach, wie viele festangestellte Beschäftigte, einschließlich Auszubildende, ihnen unterstellt sind. Bei bis zu vier unterstellten, festangestellten Vollbeschäftigten liegt das Bruttoeinstiegsgehalt in den ersten drei Jahren bei monatlich 3.147 Euro. Ab dem siebten Berufsjahr und damit in der tariflichen Endstufe bekommen sie schließlich 3.558 Euro brutto.
Wem hingegen mehr als acht festangestellten Vollbeschäftigte unterstellt sind, startet gemäß Tarifvertrag bei 3.688 Euro. Ab dem siebten Berufsjahr beträgt das Bruttogehalt dann 4.661 Euro.
Auszubildende erhalten bei Rewe zum 1. September 2022 im ersten Lehrjahr monatlich 920 Euro, im zweiten 1.000 Euro, im dritten 1.130 Euro und im vierten schließlich 1.190 Euro.
Darüber hinaus erhalten Beschäftigte Urlaubsgeld in Höhe eines Monatslohns. Der tariflich vereinbarte Urlaub beträgt 36 Tage. Zudem erhalten Mitarbeiter gemäß Tarifvertrag Zuschläge für Mehr- und Nachtarbeit sowie für Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Für Mehrarbeit gibt es 25 Prozent mehr, für Nachtarbeit 50 Prozent, für Arbeit an Sonntagen 100 Prozent und für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen 150 Prozent mehr. Dabei beträgt die regelmäßige Arbeitszeit ohne Pausen 37,5 Stunden in der Woche.
Allerdings: Beschäftigte, die nur an einem Sonnabend im Monat und an den vier Sonnabenden vor Weihnachten über die Ladenschlusszeit von 15 Uhr eingesetzt werden, erhalten keine Zuschläge.
Eigenen Angaben zufolge bietet Rewe seinen Mitarbeiten zudem eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Pensionskasse. Nähere Angaben macht der Einzelhändler dazu allerdings nicht. Auch auf Anfrage unserer Redaktion heißt es, man wolle sich zum Thema Gehalt grundsätzlich nicht äußern.
Die von über 1.700 selbstständigen Kaufleuten geführten Rewe-Märkte, sind hingegen nicht tarifgebunden. Oftmals liegen hier die materiellen Bedingungen für Beschäftigte unterhalb der tariflichen Leistungen. Die Gewerkschaft Verdi zufolge nutzt der Einzelhändler die Privatisierung, um Tarifverträge zu unterlaufen, Löhne zu drücken und Arbeitnehmerrechte zu beschneiden.
Denn wird ein in Eigenregie geführter Markt an einen Inhaber überführt, gilt nur die gesetzliche Übergangsregelung, die den Rewe-Beschäftigten ein Jahr die bisherigen Arbeitsvertragsbedingungen sichert. Danach ändern sich die Bedingung oftmals zum Schlechteren, heißt es.