Osnabrück Rezension: Arte-Doku über Tommy Lee und Pamela Anderson
Die Arte-Doku über „Tommy Lee und Pamela: Liebe, Sex und ein Videotape“ bietet weitaus mehr als nur einen voyeuristischen Blick auf das Skandalpaar der 1990er Jahre.
Sie waren das Skandalpaar der 1990er Jahre. Vielleicht nicht ganz so glamourös wie einst Elizabeth Taylor und Richard Burton. Aber dafür umso schlagzeilenträchtiger. Als sich Tommy Lee, Schlagzeuger der Band Mötley Crüe, und Pamela Anderson, Playmate und „Baywatch“-Star, kennenlernten, war es um beide geschehen.
Exzesse begleiteten ihren Alltag. Und ein gestohlenes Sextape der beiden sorgte nicht nur für öffentlichen Wirbel, sondern habe auch kräftig dazu beigetragen, den Weg ins Internetzeitalter und die Welt der sozialen Medien zu ebnen, wie es François Chaumont in seiner Dokumentation „Tommy Lee und Pamela: Liebe, Sex und ein Videotape“ nachzeichnet.
Tatsächlich gelingt ihm mit seiner Dokumentation über Tommy Lee und Pamela Anderson ein Sittenbild des auslaufenden 20. Jahrhunderts, das den Bogen weit von Metal und Grunge über die Pornoindustrie jener Zeit bis hin zum außer Kontrolle gelaufenen Markt für Paparazzi-Fotos spannt.
Dabei steht freilich die minutiös nachgezeichnete Beziehung im Mittelpunkt. Schade nur, dass sich Chaumont offenbar nicht die Mühe gemacht hat, die beiden selber für seinen Film vor die Kamera zu bekommen. Aber Archivaufnahmen und Zeitzeugen liefern auch so genügend Material.
Wertung: 5 von 6 Sternen.
„Tommy Lee und Pamela: Liebe, Sex und ein Videotape“. Arte, Freitag, 15. Juli, 22 Uhr. Online verfügbar bis zum 12. September.