Hoffen auf die Politik  Entscheidung über Förderung in Woltzeten steht aus

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 13.07.2022 16:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Als der Krummhörner Infrastruktur- und Planungsausschusses im Mai beim Dorfgemeinschaftshaus in Woltzeten tagte, sah die Lage noch anders aus. Archivfoto: Hillebrand
Als der Krummhörner Infrastruktur- und Planungsausschusses im Mai beim Dorfgemeinschaftshaus in Woltzeten tagte, sah die Lage noch anders aus. Archivfoto: Hillebrand
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Könnte es doch noch Geld für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Woltzeten geben? Und wenn ja, wie geht es weiter? Darüber soll jetzt der VA entscheiden.

Woltzeten - Gertrud Rantzen ist gespannt auf das, was an diesem Donnerstag kommen mag. Dann soll nämlich die Politik darüber entscheiden, wie es mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Woltzeten weitergeht, weiß die Ortsvorsteherin. Zwar teilte vor einem Monat Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) mit, dass die ursprünglichen Sanierungspläne aus Kostengründen erst einmal gestoppt werden. Nun soll es aber zumindest um eine kleinere Finanzspritze gehen. Ein entsprechender Antrag kommt von der SPD-Fraktion und soll an diesem Donnerstag im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss (VA) des Rates besprochen werden, bestätigt der Fraktionsvorsitzende Alfred Jacobsen auf Nachfrage dieser Zeitung.

Was und warum

Darum geht es: Die Krummhörner Politik soll an diesem Donnerstag darüber beraten, wie es mit der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Woltzeten weitergeht.

Vor allem interessant für: Bewohner von kleinen Orten, die Teil von Dorfentwicklungsprogrammen sind

Deshalb berichten wir: Wir hatten davon gehört, dass es an diesem Donnerstag eine Entscheidung im VA geben soll.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

„Die SPD möchte [für das Dorfgemeinschaftshaus] 200.000 Euro in den Haushalt stellen“, schreibt er und schickt uns den Antrag seines Fraktionskollegen Focko Smit zu. Darin heißt es, dass es gegebenenfalls einen Nachtragshaushalt geben soll, damit das Geld schneller zur Verfügung steht. Immerhin wurde der Haushalt für das laufende und das kommende Jahr inzwischen grundsätzlich verabschiedet. Eingesetzt werden sollen die 200.000 Euro entweder direkt oder als Eigenanteil im Rahmen eines Förderprogramms, so der Vorschlag. Das müsste aber erst einmal gefunden werden und ob es vergleichbar mit dem bisherigen Fördertopf ist, ist mehr als fraglich.

Halbe Million Euro waren im Spiel

So sollte es über das Entwicklungsprogramms Dorfregion „Sieben Warfendörfer“ eine halbe Million Euro Unterstützung geben. Die Gemeinde hätte mindestens 346.000 Euro an Eigenmitteln für die geplanten Sanierungsmaßnahmen aufbringen müssen. Allerdings wird befürchtet, dass diese Summe vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklung im Bausektor immer weiter gestiegen wäre. Gleichzeitig zählt Woltzeten nur knapp 200 Einwohner. So zog man vor einem Monat schließlich die Notbremse. „Dennoch bedarf es dringend einer Lösung für den Erhalt und die Zukunft dieses [Dorfgemeinschaftshauses]“, fordert Smit.

Dem schließt sich auch Rantzen an. Das Programm „Sieben Warfendörfer“ sei immerhin für Orte bestimmt, die in den vergangenen Jahrzehnten wenig oder gar keine Fördermittel erhalten haben. Umso bitterer sei es nun, dass man die Chance auf eine halbe Million Euro für das Dorfgemeinschaftshaus verpasst habe. Als der Krummhörner Infrastruktur- und Planungsausschuss im Mai vor Ort getagt hatte und es damals noch hieß, dass man die genauen Kosten analysieren lassen werde, sei die Dorfgemeinschaft „sehr angetan“ gewesen. Umso größer sei dann vor einem Monat die Überraschung gewesen, dass daraus nichts mehr wird. Dabei hatte auch Bürgermeisterin Looden noch bei der Ausschusssitzung in Woltzeten gesagt, dass „jetzt auch mal Woltzeten dran sein“ muss. Rantzen fragt sich, wer nun stattdessen von dem Geld profitieren soll.

Das Dorfgemeinschaftshaus stammt laut ihr aus den 1960er Jahren. Vor allem eine neue Drainage und die Arbeiten im Außenbereich insgesamt seien notwendig. Bei der Sitzung im Mai hieß es zudem, dass die Wände feucht sind, das Dach neu gedeckt werden muss, der Estrich abgängig ist und eine neue Heizung benötigt wird. Um Kosten einzusparen, kam der Vorschlag auf, die Außenanlagen notfalls außen vor zu lassen. Anja Thomsen vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Aurich riet aber dazu, erst einmal alles bei der Kostenanalyse berücksichtigen zu lassen.

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