SPD ärgert sich  Keine Förderung für Jugendplatz in Hinte

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 15.07.2022 12:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zwar stand noch gar kein Standort für den Jugendplatz fest. Die Hoffnung der SPD war aber groß. Symbolfoto: Pixabay
Zwar stand noch gar kein Standort für den Jugendplatz fest. Die Hoffnung der SPD war aber groß. Symbolfoto: Pixabay
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Bislang hatte die SPD Hinte auf bis zu 35.000 Euro Fördermittel für einen Jugendplatz gehofft. Auch der Rat hatte schon dafür gestimmt. Nun kommt alles anders.

Hinte - Als der Gemeinderat Hinte vor einigen Monaten für die Errichtung eines Jugendplatzes stimmte, war die Freude bei der SPD groß. Umso enttäuschter sind die Antragssteller jetzt, denn aus den bis zu 35.000 Euro Fördermitteln für das Projekt wird nichts. Der Landkreis Aurich hat sich für andere Maßnahmen entschieden. Dafür macht der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Erik Heeren die Mitarbeiter des Rathauses in Hinte verantwortlich.

Was und warum

Darum geht es: Für einen Jugendplatz in Hinte wurde auf 35.000 Euro Fördermittel gehofft. Daraus wird jetzt nichts mehr.

Vor allem interessant für: Kinder und Jugendliche in der Gemeinde

Deshalb berichten wir: Eigentlich hatten wir mit der SPD über ein anderes Thema gesprochen. Dabei kam dann aber auch das Thema Jugendplatz auf den Tisch.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Schon seit Jahren wünsche sich das Kinder- und Jugendparlament einen eigenen Platz für die junge Generation. Ein Unterstand, Beleuchtung, vielleicht eine Tischtennisplatte, eine Torwand und ein Basketballkorb. Viel mehr sollte es gar nicht sein. Heeren und das jüngste SPD-Ratsmitglied Paul Bents setzten sich dafür im Rat ein und dieser stimmte schließlich dafür, dass die Gemeindeverwaltung mit der Planung beginnen soll. Damit war zwar noch nichts über Standort oder Ausstattung des Platzes gesagt und es handelte sich noch um kein endgültiges Ja zum Bau. Die Zeit aber lief, denn für die Fördermittel aus dem niedersächsischen Aktionsprogramm „Startklar in die Zukunft“ gab es eine Antragsfrist.

„Es wird nichts für die Jugend getan“

Nach der Ratssitzung ist dann laut den Genossen zu wenig passiert, sagt Heeren auf Nachfrage. Vorbereitende Treffen mit den Jugendlichen oder mit Vereinen habe es nicht gegeben. Das habe auch der Landkreis Aurich mitbekommen, der insgesamt nur drei Projektvorschläge aus seinem Gebiet für das Förderprogramm ans Land Niedersachsen übermitteln konnte. Er habe sich schließlich für drei andere entschieden, die weiter gereift seien.

Auch in den sozialen Medien macht die SPD ihrem Ärger Luft. „Im Gegensatz zu drei anderen Gemeinden im Landkreis hatte es keinerlei Planungen oder Vorbereitungen gegeben“, heißt es auf Facebook. „Dies ist schlichtweg unglaublich.“ Mehrfach habe die Fraktion in öffentlichen und nicht-öffentlichen Sitzungen Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) an den Ratsbeschluss erinnert. Mit der Planung sei dann aber erst Ende Juni begonnen worden. „Leider schien dies für den Bürgermeister keine Priorität zu haben.“ Es werde nun wieder nichts für die Jugend getan. „Gerade nach Corona wäre das wichtig gewesen“, heißt es weiter.

Das sagt die Gemeinde

Auf die Angelegenheit angesprochen, schreibt Bürgermeister Redenius unserer Zeitung zurück, dass er die Aussagen so nicht bestätigen könne. Sogar schon Ende vergangenen Jahres habe bereits die Gemeinde einen entsprechenden Förderantrag gestellt. Das Kinder- und Jugendparlament habe „tolle Ideen, die wir bei Förderzusage umgesetzt hätten“, versichert der Verwaltungschef.

Dass im vergangenen Monat dann die Info vom Landkreis kam, dass der Jugendplatz nicht für das Förderprogramm berücksichtigt wird, „ist nun manchmal so.“ Einen Grund für die Ablehnung habe der Landkreis nicht genannt. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Landkreis-Sprecher Rainer Müller-Gummels, dass das Amt für Jugend und Soziales einen Antrag aus der Gemeinde Hinte erhalten hat. „Es gingen vier Interessensbekundungen beziehungsweise Konzepte beim Amt für Jugend und Soziales ein. Die Gemeinden Großefehn, Hinte, Wiesmoor und Ihlow haben ihr Interesse bekundet.“

Bürgermeister weist auf „Plan B“ hin

Man habe die Konzepte bewertet, „um die zur Verfügung stehenden Landesmittel nach objektiven Kriterien zu verteilen.“ Besonders zu bewerten sei dabei die Beteiligung junger Menschen ab 14 Jahren gewesen. „Ebenfalls wurde anhand der Konzepte bewertet, wie eine Kooperation mit den Schulen beziehungsweise dem Jugendhaus erfolgte, um eine langfristige Anbindung eines möglichen Jugendplatzes zu gewährleisten.“ Das Ergebnis dieser Bewertung sei gewesen, dass die Gemeinde Hinte „keine weitere Berücksichtigung im Antragsverfahren finden konnte. Hierüber wurde die Gemeinde Hinte mit Schreiben vom 14.06.2022 informiert.“

Auch wenn es für den Jugendplatz nun kein Geld aus „Startklar in die Zukunft“ gibt, sei das aber noch nicht aller Tage Abend. „Plan B liegt in der Dorfentwicklung“, erinnert Redenius. Damit meint er das Dorfentwicklungsprogramm, in dem die Gemeinde Mitglied ist. Dieses ermöglicht es den Einwohnern, selbst Ideen einzubringen, die der Allgemeinheit dienen und für die es dann Zugriff auf einen anderen Fördertopf gibt.

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