Förderung „Lebendige Zentren“ Stadt Emden will noch größere Teile der Innenstadt sanieren
Bis 2030 soll die Emder Innenstadt saniert werden. Der Stadtrat hat nun beschlossen, dass das betroffene Gebiet verändert wird. Für Archäologen könnte es einiges zu tun geben.
Emden - Das Sanierungs- und Städtebaufördergebiet in der Emder Innenstadt wird um je einen Straßenabschnitt der Neutorstraße und der Straße Am Delft erweitert. Das beschloss die Emder Politik vor kurzem im Rat einstimmig. Durch die Aufnahme der beiden Straßenabschnitte mit den direkt angrenzenden Bereichen in das Sanierungsprogramm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“ soll sich damit die Möglichkeit bieten, die beiden Straßenabschnitte deutlich aufzuwerten und von der Verkehrslage her zu beruhigen, ihre Barrierewirkung zwischen den angrenzenden Stadtbereichen zu reduzieren und Am Delft eine attraktive Verbindung zum Wasser zu schaffen, heißt es von der Stadt.
Von einer Sanierung erhofft sich die Verwaltung aufgrund der zentralen Lage des Gebietes auch eine positive Wirkung auf die gesamte Innenstadtentwicklung. Für die privaten Grundstücke und Gebäude, die neu zum Fördergebiet hinzukommen, besteht dadurch zukünftig die Möglichkeit, für die Modernisierung des dortigen Gebäudebestandes Zuschüsse aus Städtebaufördermitteln zu erhalten. Daneben sind steuerliche Abschreibungen der Sanierungskosten möglich.
Sanierung soll bis 2030 dauern
Schon im Mai waren die von der Sanierung Betroffenen, die Öffentlichkeit und die öffentlichen Aufgabenträger beteiligt und aufgefordert worden, Stellungnahmen abzugeben. Die Ergebnisse der eingegangenen Stellungnahmen und auch die im Voraus gemachten Untersuchungen sowie ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept ließen erwarten, „dass sich die Sanierung sinnvoll durchführen lässt und die formulierten Ziele erreicht werden können“, heißt es von der Stadt in der Beschlussvorlage.
Der Sanierungszeitraum ist für die Durchführung der Arbeiten bis 2030 verlängert worden. Die Kosten werden zu zwei Dritteln von Bund und Land getragen. Das heißt, von den bislang kalkulierten 10,9 Millionen Euro muss die Stadt Emden mehr als 3,2 Millionen Euro aus eigener Kasse leisten. Das Erweiterungsgebiet A umfasst den Bereich der Neutorstraße (entlang der Arkaden) und reicht im Osten bis an den Apfelmarkt. Im Norden grenzt das Gebiet an die südlich des Alten Grabens gelegene Grünfläche an. Im Süden reicht das Gebiet bis an die Osterstraße heran und schließt den Straßenraum mit ein. Das Gebiet B umfasst einen Teilabschnitt der Straße Am Delft, Teile der Georg-Breusing-Promenade und den Hafentorplatz sowie einen Teil der direkt angrenzenden Wasserflächen.
Erdarbeiten könnten archäologisch Wertvolles hervorbringen
In den Rückmeldungen auf die geplanten Arbeiten erwähnen sowohl die Ostfriesische Landschaft als auch die Untere Denkmalschutzbehörde, dass sich im Geltungsbereich des Sanierungsgebietes neben zahlreichen Baudenkmalen auch das für die Stadt Emden historisch wertvollste Bodendenkmal befinde – nämlich die Stadtwurt Emden, also der Ursprung der Stadt. Diese gehen auf das frühe Mittelalter zurück. „Grundsätzlich können bei allen Maßnahmen archäologisch relevante Befunde und Funde auftreten beziehungsweise beeinträchtigt werden“, schreibt die Denkmalschutzbehörde.
„Mit bis zu acht Metern Mächtigkeit erreicht die Stadtwurt Emden eine besondere zeitliche Tiefe, der archäologisch eine herausragende Bedeutung zukommt“, heißt es von der Ostfriesischen Landschaft. Bei Erdarbeiten sollen beide Behörden frühzeitig informiert werden, schreiben sie.
„Sollten bei den Erdarbeiten intakte Bodenschichten von archäologischer Relevanz austreten und sind umfangreiche archäologische Ausgrabungen zwingend erforderlich, sind ausreichend lange Fristen zur Dokumentation und Fundbergung einzuräumen“, so die Landschaft, die den Archäologischen Dienst für solche Ausgrabungen bereit hält. Alle Bodeneingriffe sollen archäologisch begleitet werden. Die Kosten für größere Untersuchungen würde in dem Fall die Stadt Emden tragen.