Henrik Janssen bei Leichtathletik-WM Drei Burger für Ostfriesen vor WM-Start am Sonntag
In der Nacht zu Montag tritt Henrik Janssen in Eugene an. Der Hüne von der Küste wird den Wurfring mit einem großen Ziel betreten.
Eugene - Nach 13 Jahren Pause steht mal wieder ein Ostfriese bei einem Leichtathletik-Weltereignis im Rampenlicht. Am heutigen Freitag wird die WM in Eugene (USA) eröffnet. Und bereits in der Nacht zu Montag tritt der Norder Diskuswerfer Henrik Janssen bei der Weltmeisterschaft in Eugene (USA) zum Vorkampf im Nationaldress in den Ring. „Ich hoffe, das ZDF zeigt nicht nur die Läufe, sondern auch unsere Würfe“, sagt der 2,04 Meter große und 125 Kilogramm schwere Modellathlet.
Er wandelt mit dem WM-Start auf den Spuren der ehemaligen ostfriesischen Hammerwerferin Andrea Bunjes. Sie trat einst bei Olympia in Athen an und maß sich 2009 bei der WM in Berlin letztmals mit der Weltklasse.
Feinschliff gab es in Santa Barbara
Henrik Janssen befindet sich nach eigener Auskunft „in richtig guter Form“. Eine Woche lang holten sich die deutschen Athleten an der kalifornischen Küste von Santa Barbara den letzten Feinschliff. Am Donnerstag flogen sie dann weiter zum Wettkampfort nach Eugene.
Zur Topform trugen nicht nur die Trainingsbedingungen am Westmont-College in Santa Barbara bei. Auch das Essen begeisterte die Kraft-Athleten. „Die Burger in der Mensa waren erstklassig.“ Der Hüne von der Küste beließ es nicht bei einem Exemplar. Er muss schließlich seine Muskeln pflegen. „Bei mir durften es auch mal drei Burger sein“, sagt er und lacht. „Da sind wir gegenüber den Läufern doch klar im Vorteil.“
Platz im Endkampf ist das Ziel
Ihr Wohlbefinden bewiesen der Norder und seine Diskuskollegen Martin Wierig und Thorben Brandt bei den Übungseinheiten. „Es lief alles nach Plan“, sagt Janssen. Er verfolgt nun in der Nacht zu Montag ein großes Ziel: „Ich möchte den Endkampf am Dienstag erreichen und weiß, dass ich vom Leistungsvermögen das Zeug dazu habe.“
Wer beim Kampf um die Medaillen dabei sein will, muss die Norm von 66 Metern überbieten oder zu den zwölf besten Werfern der Qualifikation gehören. „Das Stadion ist keine Segelwiese“, erklärt Henrik Janssen. „64 oder 65 Meter werden für den Endkampf reichen, vermute ich.“ Seine persönliche Bestleistung steigerte er in diesem Jahr auf 66,25 Meter.
Wettkampf läuft nachts im TV
Wie spät er in der Nacht zu Montag den Diskus durch Stadion segeln lässt, ist offen. Sicher ist nur, dass dann in Europa finstere Nacht herrschen wird. Die 32 Athleten werden in zwei Qualifikationsgruppen eingeteilt. Die erste Gruppe wirft ab 2.05 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die zweite beginnt um 3.20 Uhr. „Es steht noch nicht fest, welcher Gruppe ich zugeordnet werde.“
Nicht nur Janssens Ehefrau Maria wird vor dem Fernseher mitfiebern. „Magdeburger Freunde von mir wollen auch die Nacht durchmachen.“ Der Athlet möchte seinen Fanklub zu gerne belohnen: mit dem Einzug in den Endkampf. Der Kampf um die Medaillen startet in der Nacht zu Mittwoch aus europäischer Sicht zu einer kuriosen Uhrzeit. Der erste Wurf der Final-Konkurrenz ist für 3.33 Uhr angesetzt. Für Henrik Janssen wäre es ein Traum, dann erneut in den Ring treten zu dürfen.