Ostfriesische Kultur  Lern-App für Plattdeutsch wird weiter ausgebaut

| 20.07.2022 19:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Sprachlern-App „PlattinO“ auf einem Smartphone. Foto: Schuldt/dpa
Die Sprachlern-App „PlattinO“ auf einem Smartphone. Foto: Schuldt/dpa
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Mit der App „PlattinO“ der Ostfriesischen Landschaft können Interessierte Platt lernen. Bald sollen zwei weitere Apps auf höherem Lern-Niveau hinzukommen. Das Land Niedersachsen gibt Geld dazu.

Aurich / DPA/LNI - Die Sprachlern-App „PlattinO“ der Ostfriesischen Landschaft in Aurich wird weiter ausgebaut. Nachdem das Plattdüütskbüro des Regionalverbandes für Kultur, Wissenschaft und Bildung im vergangenen Jahr eine erste App für das Sprachniveau A1 veröffentlicht hatte, sollen nun zwei weitere Apps für die Niveaus A2 und B1 folgen. Die Entwicklung der B1-Version fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit 41.000 Euro. Einen entsprechenden Förderbescheid überreichte Kulturminister Björn Thümler (CDU) am Mittwoch in Aurich.

Das Interesse, Plattdeutsch zu lernen, wachse, sagte die Leiterin des Plattdüütskbüros, Grietje Kammler. „Es wird nicht mehr als Makel empfunden, Platt zu sprechen oder mit Plattdeutsch aufzuwachsen.“ Eltern sei es daher wieder wichtiger, dass ihre Kinder Plattdeutsch lernten. Dabei helfe auch die App. Die erste Ausgabe sei in gut einem Jahr mehr als 50.000 Mal heruntergeladen worden. Mit der Fortsetzung der App werde nicht nur ein Wunsch vieler Lernender erfüllt, sondern auch Empfehlungen des Goethe-Instituts gefolgt. Diese sähen für den grundlegenden Spracherwerb nämlich mindestens die drei Niveaus A1, A2 und B1 des europäischen Referenzrahmens für Sprachen vor, sagte Kammler. „PlattinO“, das Kürzel steht für „Plattdeutsch in Ostfriesland“, soll auch eine Alternative zu klassischen Plattdeutsch-Lehrbüchern sein.

Für die beiden neuen Apps bleibt die Konzeption gleich: Plattdeutsch wird anhand von Themen-Kapiteln und der fiktiven Familie Janssen aus Aurich gelehrt. Jede App soll wieder rund 700 neue Vokabeln umfassen. „Dazu gehören auf alle Fälle die grundlegenden, aber auch schöne, besondere ostfriesische Vokabeln wie ‚Bliedskupp‘ oder ‚Kaventsmann‘“, sagte Elke Brückmann, die die App konzeptioniert. In der dritten App für B1 soll zudem stärker das Text- und Hörverständnis trainiert werden. Dazu wollen die Macherinnen auch längere Texte einsprechen. Aktuell arbeitet das Plattdüütskbüro an der A2-Version, diese soll Anfang 2023 veröffentlicht werden.

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