OZ-Serie „Wiesmoor gestern und heute“ Von alten Traditionen und neuen Handicaps
Im Wiesmoorer Vereinsleben finden Kultur, Sport und Brauchtum ihren Platz - Die Anfänge liegen auch hier bei der NWK.
Freizeitgestaltung und Geselligkeit haben für die Wiesmoorer einen hohen Stellenwert. Ob Kultur, Sport oder Brauchtum: In den Wiesmoorer Vereinen findet jeder etwas, das zu ihm passt.
Auch im Kulturleben der Stadt gehen die Anfänge auf das Torfkraftwerk zurück. Dessen Betreibergesellschaft NWK unterhielt nämlich ein eigenes Werksorchester.
Nach dem Ende des Kraftwerks gründeten die Mitglieder des Orchesters 1968 zusammen mit weiteren Musikern aus dem Umland die Blaskapelle „Moormusikanten“. Aus ihnen wurde schließlich das Stadtorchester Wiesmoor. Seine Auftritte beim Blütenfest gehören fest zum Jahresplan des Orchesters wie Kirchenkonzerte oder eigene Konzerte in der KGS. Das Repertoire des heute 40-köpfigen Stadtorchesters reicht von Märschen, Walzern bis hin zu Rock-, Pop- und Filmmusik.
Alte Volkstänze wieder zum Leben erweckt
Wo Musik ist, darf auch getanzt werden. Als erste in der Stadt verschrieb sich die Volks- und Trachtengruppe Wiesmoor den Bewegungen zur Musik. Sie gründete sich 1954 und erweckte in der Folgezeit mit zahlreichen Auftritten in und um Wiesmoor die alte Tradition der Volkstänze wieder zum Leben. Dass die alles andere als ein alter Hut sind, beweist schon die Altersspanne der Mitglieder, die von 7 bis 80 Jahren reicht.
Ein Jahr nach der Volkstanzgruppe gründete sich die Niederdeutsche Bühne. Zu ihr hatten sich die Theatergruppen der NWK und des Boßelvereins „Hier up an“ Wiesederfehn zusammengeschlossen. Ihr Debüt feierte sie mit dem Stück „Wenn de Hahn kreiht“. Neben großen Inszenierungen auf der Freilichtbühne trat die Theatergruppe auch im Forum der KGS auf. In diesem Jahr bekommt das Ensemble aber mit der „Theaterstuuv“ an der Hauptstraße gegenüber der TG Wiesmoor sein eigenes Domizil.
Für das Kulturleben in der Stadt engagiert sich unter anderem der 1995 gegründete Kultur- und Kunstkreis Wiesmoor, der heute über 150 Mitglieder zählt und Ausstellungen, und Autorenlesungen sowie Konzerte an den verschiedensten Veranstaltungsorten organisiert. Außerdem betreibt er seit 2008 eine eigene Kunstwerkstatt an der Hauptstraße gegenüber der OZ-Redaktion.
Sport mit großen und kleinen Bällen
Die Lieblingsbeschäftigung der Wiesmoorer im Verein bleibt Sport. Größter Sportverein ist die Turngemeinschaft (TG) Wiesmoor mit 3356 Mitgliedern. Darüber hinaus gibt es den VfB Germania Wiesmoor, der für seine Fußballabteilung bekannt ist, den Schwimmverein von 1952 sowie den VfL Mullberg und den SV Hinrichsfehn.
Ein besonderes Herausstellungsmerkmal hat Wiesmoor mit dem Golfclub Ostfriesland. Er wurde 1980 gegründet und bezog drei Jahre später seinen Platz auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Gelände der NWK in Hinrichsfehn. In einer eher ländlichen Gegend den Golfsport anzusiedeln, galt damals zweifellos noch als Wagnis. Doch der Golfclub hat in den vergangenen Jahren vor allem durch konsequente Jugendarbeit und Aktionen für Familien viel dafür getan, Vorurteile gegen den angeblich elitären Sport abzubauen.
In dem kürzlich erschienenen Buch „Wiesmoor 1922 – 2022“ beschreiben Ewald Hennek und Karl-Heinz Frees die Entwicklung Wiesmoors von den Anfängen der Besiedlung bis heute. Gemeinsam mit den Autoren beleuchten wir verschiedene Aspekte der Stadtgeschichte. In der nächsten Folge geht es um Handel und Gewerbe und wie sie das Stadtbild verändert haben.
Von der Kraftwerksführung bis zum Luftkurort
Als dank des Kraftwerks Früchte wuchsen
Der „Torffresser“ kurbelte die Wirtschaft an
Das Dorf mit dem eigenen Golfplatz