Bauarbeiten in Aurich  Letzter Schritt für neue Fußgängerzone beginnt

| | 22.07.2022 18:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bürgermeister Horst Feddermann freut sich, dass das Ende der Neugestaltung der Fußgängerzone langsam in Sicht kommt. Foto: Bär
Bürgermeister Horst Feddermann freut sich, dass das Ende der Neugestaltung der Fußgängerzone langsam in Sicht kommt. Foto: Bär
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Bürgermeister Horst Feddermann hat offiziell den Startschuss zur letzten Etappe der Neugestaltung der Fußgängerzone gegeben. Was jetzt wann ansteht.

Aurich - So mancher Auricher mag sich in den vergangenen Tagen gefragt haben, weshalb in der Osterstraße schon wieder gebuddelt wird. Seit Montag wird hier der letzte Schritt bei der Neugestaltung der Auricher Fußgängerzone vorbereitet. An sorgfältig ausgewählten Stellen setzen die Bauarbeiter in den Bauabschnitten 1 und 2 mit Fließbeton erstellte Puffer in den Untergrund, um die historischen Gebäude entlang der Osterstraße gegenüber dem Straßenraum abzuschirmen. Nach einer Sommerpause soll dann am 22. August mit dem Rückbau der Fahrbahn im ersten Bauabschnitt vom Marktplatz in Höhe des Juweliers Gerlach bis zur Wallstraße begonnen werden. Mit ein wenig Verspätung hat Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) am Freitag mit einem symbolischen ersten Spatenstich den Startschuss für die abschließende Phase der Neugestaltung der Fußgängerzone gegeben. „Die Innenstädte haben es derzeit schwer. Wir wollen eine attraktive Innenstadt in Aurich schaffen, in der sich die Menschen wohlfühlen und in die sie gerne wiederkommen“, sagte Feddermann am Rande des symbolischen Termins. „Das ist jetzt der letzte Schritt einer langen Wegstrecke, der zum Ende des kommenden Jahres abgeschlossen sein soll.“

Was und warum

Darum geht es: Mit den Pflasterarbeiten hat der letzte Schritt bei der Neugestaltung der Auricher Fußgängerzone begonnen.

Vor allem interessant für: Auricher, betroffene Geschäftsleute, Anwohner und alle, die es nach Aurich zieht

Deshalb berichten wir: Im Vorfeld des symbolischen ersten Spatenstichs wurden Details des Projektes vorgestellt.

Den Autor erreichen Sie unter: o.baer@zgo.de

Bis Ende Juli soll der von einem Bausachverständigen überwachte Einbau des etwa 50 Zentimeter breiten Flüssigbodenpuffers abgeschlossen sein, gab der Leiter des Tiefbauamtes, Bernd Ewerth, einen Ausblick auf den weiteren Fortgang der Arbeiten. Vom 1. bis zum 21. August sei dann eine Sommerpause vorgesehen, bevor der erste Bauabschnitt beginnt. Insgesamt seien vier Bauabschnitte vorgesehen, von denen die ersten beiden in der Osterstraße noch in diesem Jahr beendet werden sollen. Im Jahr 2023 folgten dann in der Burgstraße der dritte Bauabschnitt vom Juwelier Gerlach bis zur Hafenstraße und der vierte Bauabschnitt von der Hafenstraße bis zur Bahnhofstraße. Laufe alles plangemäß, sei mit dem Abschluss der Neugestaltung der Fußgängerzone noch im Jahr 2023 zu rechnen.

Arbeit in vier Bauabschnitte aufgeteilt

In den einzelnen Bauabschnitten wird nach den Plänen der Stadtverwaltung jeweils halbseitig (Nord/Süd) gearbeitet. Das Ziel sei, betonte Ewerth, sicherzustellen, dass die Fußgängerzone durchgängig nutzbar bleibe. Dauerhaft solle ein Durchgang von mindestens drei bis vier Meter Breite sichergestellt sein, über den auch die Anfahrt und Belieferung der Geschäfte, wenn auch eingeschränkt, möglich bleibe. Die jeweils von den Arbeiten direkt betroffenen Geschäfts- und Hauseingänge im gesperrten Baufeld, erhielten provisorische Zugänge.

Das Baubüro in der Burgstraße 37 ist für Bürgermeister Horst Feddermann und Bernd Ewerth, Leiter des Tiefbauamtes, ein wichtiger Baustein für die Kommunikation mit den Anwohnern und Geschäftsleuten. Foto: Bär
Das Baubüro in der Burgstraße 37 ist für Bürgermeister Horst Feddermann und Bernd Ewerth, Leiter des Tiefbauamtes, ein wichtiger Baustein für die Kommunikation mit den Anwohnern und Geschäftsleuten. Foto: Bär

Die Anlieger seien über die Arbeiten bereits informiert worden, sagte Ewerth. „Das sind harte Zeiten, aber da müssen wir jetzt durch“, appellierte Feddermann an den Zusammenhalt in der Stadt. Die Kommunikation, insbesondere mit den direkt betroffenen Anliegern, sei ihm wichtig. Erste Missfallensbekundungen von betroffenen Geschäftsleuten hatte es bereits gegeben, als klar wurde, dass im Sommer noch während der Urlaubssaison gebuddelt wird. Feddermann, der dies in einem Missverständnis begründet sieht, setzt künftig auf beständigen Austausch. „Wir haben für alle Probleme ein offenes Ohr“, betonte er. Die meisten Anliegen sollten kurzfristig und unkompliziert direkt am Ort mit der Bauleitung des ausführenden Unternehmens Strabag, der örtlichen Bauleitung oder Mitarbeitern des Tiefbauamtes besprochen werden können. Zudem solle im eigens in der Burgstraße 37 eingerichteten Baubüro ab dem 25. August eine wöchentliche Sprechstunde, jeweils donnerstags zwischen 8.45 und 9.45 Uhr, angeboten werden.

Material wurde bereits bestellt

Die Kosten für die Neugestaltung der Fußgängerzone sind, wie bei vielen Bauprojekten derzeit, immens gestiegen. Zuletzt wurden sie im April mit rund 4,4 Millionen Euro beziffert, nach ursprünglich geplanten 3,2 Millionen Euro. Die Strabag mit Standort in Aurich wolle jetzt dafür sorgen, dass es zu keinen weiteren Kostensteigerungen oder Verzögerungen komme.

Bis zum Abschluss der Neugestaltung der Fußgängerzone wollen alle Betetiligten um Bürgermeister Horst Feddermann (fünfter von links) an einem Strang ziehen. Foto Bär
Bis zum Abschluss der Neugestaltung der Fußgängerzone wollen alle Betetiligten um Bürgermeister Horst Feddermann (fünfter von links) an einem Strang ziehen. Foto Bär

„Wir haben alle Materialien, die wir benötigen, bereits eingekauft und werden sie ortsnah lagern“, beschriebt Hilko Kruse-Edenhuizen, Technischer Bereichsleiter der Strabag in der Region Weser-Ems, eine der Maßnahmen, die dafür sorgen soll. Größere Überraschungen im Untergrund erwartet er nicht, da bereits die Leitungen der Versorger verlegt worden seien. Damals hätte alles auffallen müssen, ist er sich sicher. „Nur, das Wetter können auch wir nicht beeinflussen.“

Hilko Kruse-Edenhuizen, Technischer Bereichsleiter der Strabag in der Region Weser-Ems, erläutert die Pläne, die im Baubüro aushängen. Foto: Bär
Hilko Kruse-Edenhuizen, Technischer Bereichsleiter der Strabag in der Region Weser-Ems, erläutert die Pläne, die im Baubüro aushängen. Foto: Bär

Die Fußgängerzone (Burgstraße und Osterstraße) wurde 1974/75 gebaut. 2018 beschloss der Rat, sie erneuern zu lassen. Die Arbeiten hatten im Mai 2019 begonnen und erstreckten sich mit Unterbrechungen über mehrere Jahre. Zunächst wurden die Kanalisation und die Versorgungsleitungen erneuert (Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation). Die Geschäftsleute und Passanten sind immer mit Transparenten und Infotafeln, aber auch direkt durch Mitarbeiter der Stadt über Beeinträchtigungen und den Ablauf der Arbeiten informiert worden. Das soll auch diesmal so sein.

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