Land gibt Zuschuss Minister bringt Geld für das Emder Bunkermuseum vorbei
Für die Finanzierung des Brandschutzes im Emder Bunkermuseum zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Das Land macht mit 50.000 Euro den ersten Aufschlag.
Emden - Für das wegen mangelnden Brandschutzes seit zwei Jahren geschlossene Bunkermuseum in Emden zeichnet sich eine Lösung ab. Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler (CDU) hat am Dienstag bei einem Besuch der Einrichtung überraschend einen Zuschuss des Landes in Höhe von 50.000 Euro zugesagt.
Was und warum
Darum geht es: die Zukunft des Emder Bunkermuseums.
Vor allem interessant für: alle, die sich für Geschichte, die Bildung und den Tourismus in Emden interessieren.
Deshalb berichten wir: Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler besuchte am Mittwoch das Museum, dessen Zukunft ungewiss ist. Dabei gab es gute Neuigkeiten. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Das Ministerium will damit nach Aussagen von Thümler den Weg für weitere Förderungen durch Dritte frei machen. Stiftungen setzten in der Regel nämlich eine Beteiligung des Landes voraus, bevor sie Zuschüsse bewilligen, sagte Thümler. Der Politiker war auf Einladung seiner Emder Parteifreunde nach Emden gekommen.
Baugenehmigung für Nottreppe liegt vor
Das Bunkermuseum ist in einem ehemaligen Luftschutzbunker in der Altstadt untergebracht. Es soll eine Außentreppe erhalten, über die sich Besucherinnen und Besucher im Falle eines Feuers im Gebäude retten können. Die Baugenehmigung liege bereits vor, hieß es bei dem Besuch von Thümler. Im Gespräch waren zeitweise auch andere Lösungen. Sie wurden aber zwischenzeitlich wieder verworfen.
„Es braucht dafür mehrere Player“, sagte der CDU-Fraktionschef im Emder Stadtrat und Landtagskandidat Gerold Verlee mit Blick auf weitere Geldgeber. Laut Thümler kämen unter anderem die Klosterkammer, die Bingo-Umweltstiftung und die Stiftung Niedersachsen als potenzielle Förderer infrage. Geld könnte aber auch aus einem Topf für Denkmalschutz des Bundes fließen. Das hatte bereits der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (Pewsum) signalisiert.
Das Vorhaben wird deutlich teurer
Die Kosten für den neuen Rettungsweg, der fünf Ausgänge zu den einzelnen Bunkergeschossen haben muss, werden laut Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) derzeit ermittelt. Die jüngste Schätzung stammt aus dem Jahr 2019 und lag bei etwa 600.000 Euro. Die Beteiligten gehen aber davon aus, dass sich diese Summe noch deutlich erhöhen wird.
Die Stadt hatte schon vor geraumer Zeit zugesagt, sich mit etwa 350.000 Euro an der Finanzierung zu beteiligten. Mit dem Zuschuss des Landes stünde damit etwa die Hälfte der benötigen Mittel zur Verfügung, sagte Roswitha Franke. Sie ist die Vorsitzende des Vereins, der das Museum 1994 aufgebaut hat und seitdem ehrenamtlich betreibt.
Das Museum soll 2023 wieder öffnen
Franke sprach von einem „schönen Tag“ für das Bunkermuseum, der dem Verein Auftrieb und Zuversicht gebe. Der Weg, den man jetzt einschlage, sei gangbar. Ähnlich äußerte sich Kruithoff. Er wertete den Zuschuss des Landes als „wichtiges Zeichen“. Der Oberbürgermeister nannte das Ziel, das Bunkermuseum 2023 bestenfalls zum Saisonbeginn im Frühjahr wieder zu eröffnen.
Die Beteiligten streben an, dass der ehemalige Luftschutzbunker an der Holzsägerstraße aus dem Besitz der Stadt an den Verein übergeht. Das würde es den Betreibern erleichtern, an Zuschüsse zu kommen. Zudem würde das die Ausschreibung und die Auftragsvergabe erleichtern, heißt es.
Minister betont Bedeutung der Einrichtung
Der Vereinsvorstand habe sich bereits für die Übernahme des Beton-Riesen ausgesprochen, es fehle aber noch das Votum der Mitgliederversammlung, sagte der 2. Vorsitzende Wolfram Heidrich.
Das Bunkermuseum gilt in dieser Form als einzigartig in Deutschland und wird auch als außerschulischer Lernort genutzt. Es ist zugleich ein Mahnmal gegen den Krieg. „Gerade in der jetzigen Zeit hat es eine besondere Bedeutung, den Wahnsinn des Krieges deutlich zu machen“, sagte Minister Thümler mit Blick auf den Konflikt in der Ukraine.
Stadt schlägt beim Bunkermuseum eine Treppe vor
Das Emder Bunkermuseum soll wieder eröffnen
Keiner der Emder Bunker ist für den Kriegsfall gewappnet