Hamburg Tierschutzbund fordert: Hälfte der Einnahmen aus Hundesteuer an Tierheime
Die Kommunen in Deutschland kassieren pro Jahr Hunderte Millionen Euro Hundesteuer. Die Hälfte des Geldes sollte an Tierheime gehen, fordert der Tierschutzbund.
Tierheime in Deutschland sollen nach Auffassung des Deutschen Tierschutzbundes zur Hälfte an den Einnahmen aus der Hundesteuer beteiligt werden. Verbandspräsident Thomas Schröder sagte unserer Redaktion: „Kommunen nehmen jedes Jahr mehrere Hundert Millionen Euro durch die Hundesteuer ein. Gleichzeitig sind Tierheime chronisch unterfinanziert. Das geht so nicht weiter.”
Schröder forderte, dass die Hälfte der Mittel aus der Hundesteuer an die Einrichtungen weitergeleitet werden, die sich vielerorts um die Aufnahme von Fundtieren kümmern. „Das ist mit enormen Kosten verbunden”, sagte Schröder. Die gemeinnützigen Institutionen bekämen diese nur anteilig von den Kommunen erstattet.
Nach Angaben des Verbandspräsidenten sei die Lage vieler Heime derzeit prekär. Die gestiegenen Kosten für Tierfutter und Energie schlügen voll durch. „Bei vielen Tierheimen war die finanzielle Lage schon vorher angespannt. Spätestens jetzt rutschen sie in die tiefroten Zahlen.”
Hinzu kämen die zusätzlichen Belastungen durch „Corona-Haustiere”, so Schröder. „Viele Menschen haben sich in der Pandemie Hunde zugelegt und wollen sie jetzt wieder los werden. Wir haben Hunderte solcher Tiere in den Heimen aufgenommen, die null Erziehung genossen haben.” Auch dies müssten die Kräfte in den Tierheimen nun auffangen.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben die Kommunen in Deutschland 2020 rund 380 Millionen Euro an Hundesteuer eingenommen. Die Höhe der Steuer legen Städte und Gemeinden selbst fest. Sie richtet sich in der Regel nach Art und Anzahl der Hunde. In Hamburg beispielsweise liegt die Steuer bei 90 Euro pro Jahr.
Schröder kritisierte, die Kommunen verdienten an Tieren Geld. Zugleich würden diejenigen, die sich um Tiere kümmerten, „zu Bettlern im Rathaus degradiert.“