Schiffe in Leer Uferpromenade ist frei, Versorgung für Boote kommt noch
Spazieren auf der neuen Uferpromenade in Leer ist möglich, doch Restarbeiten sind noch zu erledigen. Diese dürften vor allem alle Skipper freuen.
Leer - Der Bauzaun ist weg und seit einiger Zeit flanieren viele Leeraner über den neuen Abschnitt der Uferpromenade. Doch fertig ist das Prestigeprojekt noch nicht. Das wurde bei Leer maritim deutlich.
Was und warum
Darum geht es: Auf der Uferpromenade kann schon flaniert werden, fertig ist sie aber noch nicht.
Vor allem interessant für: Alle, die wissen wollen, wie es mit der Promenade weitergeht
Deshalb berichten wir: Bei Leer maritim führten Leitungen über die Promenade zu den Booten. Wir wollten wissen, wieso das so war. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Über die Promenade wurden Kabel und Schläuche gelegt, um die im Hafen liegenden Boote zu versorgen. Das Wasser kam von einem Hydranten an der Ledastraße. Das soll allerdings in Zukunft anders geregelt werden.
Anschlüsse kommen noch
„An der Promenade liegen auf der Wasserseite sechs Leerrohre für geplante Anschlüsse. Verteilt auf der Strecke befinden sich drei Stromverteiler mit je vier Steckdosen, die benutzt werden können“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Dannen. Skipper, die mit ihren Booten also an dem neuen Promenadenabschnitt anlegen, werden auch neueste Versorgungsmöglichkeiten bekommen.
Auch für die Skipper, die ihre Boote an anderen Abschnitten der Promenade liegen haben, hat die Stadt eine gute Nachricht: „Es ist beabsichtigt, auf der gesamten Promenade die Versorgungseinrichtungen in den nächsten Jahren zu erneuern beziehungsweise zu modernisieren“, so die Stadtsprecherin. Das gelte für den Abschnitt bis zur Rathausbrücke.
Prestigeprojekt mit Problemen
Rund um das Bauwerk gab es in der Vergangenheit eine Menge Ärger. Fast 2,7 Millionen Euro hat die Stadt in die Promenade investiert. Geplant waren 1,6 Millionen. Die Kostensteigerung liegt vor allem an einer Fehlplanung durch das beauftragte Ingenieurbüro.
Das Büro hatte die Tragfähigkeit des Hafengrunds nicht korrekt eingeschätzt. Es verschoben sich eingebrachte Spundwand-Elemente vom Land weg, als der Zwischenraum mit Sand verfüllt wurde. Deshalb kam es zu einem Baustopp, der das Projekt deutlich in die Länge zog. Die angefallenen Kosten werden teilweise von den beauftragten Büros übernommen, die die ursprüngliche Planung vorgelegt hatten.
Viel nachgearbeitet
„Die neue Spundwand wurde verlängert, die Gurtung verstärkt, die Rückverankerungslänge erhöht. Eine Verformung der Spundwand kann ausgeschlossen werden“, sagte Stadtsprecherin Mara-Jantje Fuß im Februar.
Damals bestand die Hoffnung, die Promenade noch im Mai freigeben zu können. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht. Generell ist das Areal noch nicht fertig. Auch die Promenade soll noch um den Hafenkopf herum laufen, doch da stehen andere Bauarbeiten still.
Hafenkopf bleibt vorerst Baustelle
Das Sorgenkind bleibt der Hafenkopf. Dort befindet sich seit langem eine Baustelle, auf der quasi nichts passiert. Hier arbeitet die Terfehr Projektentwicklung an einer Idee. „Wohn- und Geschäftshaus am Hafenkopf in Leer“ ist der Titel. Die Realität ist eine andere: Bis auf die Suche nach explosiven Überbleibseln aus dem Zweiten Weltkrieg hat sich auf der Fläche zwischen Polizeigebäude und Hafenbecken bis heute nicht viel getan.
Dabei wird es bis auf Weiteres auch bleiben: Wegen des Krieges in der Ukraine müsse der Baubeginn auf unbestimmte Zeit verschoben werden, sagte Terfehr-Geschäftsführer Johannes Kirchner vor Kurzem. Russland und die Ukraine seien große Stahllieferanten, und wegen des Krieges fehle dieser unverzichtbare Baustoff derzeit auf dem Markt. Ohne Stahl gebe es aber auch keine Bohlen für die Spundwand im Hafenbecken, die wiederum fertig sein müsse, um mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Am Hafenkopf sollen zwei große Wohn- und Geschäftshäuser sowie eine Promenade mit gastronomischem Angebot und hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Wie lange die Bauarbeiten pausieren müssen, konnte Kirchner nicht einschätzen.
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