Trotz Sparmaßnahmen  Straßenbeleuchtung aus, Licht am Krummhörner Rathaus an?

| | 02.08.2022 10:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blieb am Sonnabend trotz Sparmaßnahmen an: die Vorplatzbeleuchtung des Rathauses in Pewsum. Foto: Wagenaar
Blieb am Sonnabend trotz Sparmaßnahmen an: die Vorplatzbeleuchtung des Rathauses in Pewsum. Foto: Wagenaar
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Als Reaktion auf die steigenden Energiepreise lässt die Gemeinde Krummhörn die Ortsbeleuchtungen ausgeschaltet. Der Platz vor dem Rathaus war nachts aber noch erleuchtet. Warum?

Krummhörn - Die Ankündigung der Gemeinde Krummhörn, dass die Ortsbeleuchtungen bis September ausgeschaltet werden, rief ein gemischtes Echo hervor. Mancher akzeptierte es vor dem Hintergrund der steigenden Energiepreise, andere wiederum machten sich gleich auf den Weg: Gerade auf Facebook wurden schon in der ersten Nacht, in der die neue Regelung gelten sollte, Bilder gepostet. Bilder von Orten, die weiterhin erleuchtet sind.

Was und warum

Darum geht es: Obwohl die Ortsbeleuchtung in der Krummhörn wegen Energiesparmaßnahmen ausgeschaltet wurde, brennt noch so manches öffentliches Lichtlein.

Vor allem interessant für: Krummhörnerinnen und Krummhörner; diejenigen, die sich für aktuelle Sparmaßnahmen angesichts des Ukraine-Krieges interessieren.

Deshalb berichten wir: Wir waren bei Facebook auf entsprechende Einträge dazu, was noch alles brennen würde, aufmerksam geworden.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Unsere Zeitung hat daraufhin am Wochenende selbst die Probe gemacht und tatsächlich: Die Straßenbeleuchtung am Wohnmobilparkplatz in Greetsiel war beispielsweise noch an, aber auch die Rathausbeleuchtung ging am Sonnabend gegen 22 Uhr an und erleuchtete den Platz vor dem Verwaltungssitz. Auch an der Grundschule Pewsum war beispielsweise der Fahrradständer noch erleuchtet.

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Was steckt hinter den noch leuchtenden Lampen?

Auf Nachfrage erklärt Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos), warum mancherorts noch öffentliche Lampen brennen. Beispiel Parkplätze: „Der Parkscheinautomat in Greetsiel hängt am gleichen Stromkreis wie die Laterne“, so Looden. Daher sei diese separat geschaltet und ließe sich nicht so einfach ausschalten wie große Teile der Ortsbeleuchtungen.

Einsam brennt die Straßenlaterne am Wohnmobilstellplatz in Greetsiel. Das hat laut Gemeinde Gründe. Foto: Wagenaar
Einsam brennt die Straßenlaterne am Wohnmobilstellplatz in Greetsiel. Das hat laut Gemeinde Gründe. Foto: Wagenaar

„Bei der Ortsbeleuchtung haben wir einfach der EWE Bescheid gesagt“, so die Bürgermeisterin. Die könne quasi mit einem Knopfdruck die zentral gesteuerte Ortsbeleuchtung ausschalten. „Aber: Was nicht an dieser Steuerung hängt, wird auch nicht ausgeschaltet“, so die Bürgermeisterin.

Was die Bürger tun können

Neben einzelnen Laternen an Parkplätzen sei dies beispielsweise auch bei der Platzbeleuchtung vor dem Rathaus der Fall. „Das ist vielleicht einfach vergessen worden“, so Looden. „Aber ich werde mich drum kümmern“, so die Bürgermeisterin. Auch der noch erleuchtete Fahrradständer an der Grundschule Pewsum sowie sicherlich noch mehr Beispiele seien wahrscheinlich so zu erklären.

„Wir hatten auch einen Hinweis, dass beim neuen Bauhof mehr Licht brennt als notwendig“, sagt die Bürgermeisterin. Darauf habe man reagiert. Über entsprechende sachliche Hinweise würde sich die Gemeindeverwaltung freuen. „Am besten über die App.“ Gemeint ist die „tellme Mängel“-App, die es unter diesem Suchbegriff sowohl in den App-Stores von Google als auch von Apple gibt. Einen Link auf der Internetseite der Gemeinde sucht man allerdings vergeblich. Die App wird zwar erwähnt, aber mehr auch nicht.

Politik überlegt noch weitere Maßnahmen

Losgelöst davon, was die Gemeindeverwaltung schon jetzt händisch nachsteuern kann: Sowohl Bürgermeisterin als auch Ratsvertreter haben bereits angekündigt, dass über weitere Energiesparmaßnahmen nachgedacht wird. Das hat mit den bereits angekündigten Preissteigerungen rund um Strom und Gas vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu tun.