Umgestaltung der Ledastraße  Wie wäre es mit Außengastronomie auf der neuen Uferpromenade?

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 06.08.2022 11:27 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Vieles ist schon geschehen zwischen Ledastraße und Hafen. Doch könnte es in Zukunft noch mehr werden. Foto: Kierstein
Vieles ist schon geschehen zwischen Ledastraße und Hafen. Doch könnte es in Zukunft noch mehr werden. Foto: Kierstein
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Der erste Teil der Uferpromenade ist fertig. Am Hafenkopf soll es irgendwann mal Gastronomie geben. Dafür wäre eigentlich auch der jetzige Teil geeignet.

Leer - Die Sonne glitzert auf dem Hafenwasser. Die Fontäne mitten im Hafenbecken zieht die Blicke an und sanft schwappen die Wellen an das Ufer. Die neue und nun auch frei begehbare Uferpromenade bietet viel.

Was und warum

Darum geht es: Die Uferpromenade wurde aufgewertet. Hier könnte aber noch viel mehr möglich sein.

Vor allem interessant für: Alle, die wissen wollen, was zwischen Ledastraße und Hafen passieren könnte

Deshalb berichten wir: Die Uferpromenade ist breit genug für Außengastronomie. Wir wollten wissen, ob es entsprechende Pläne gibt.

Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

Auch die Ledastraße soll noch umgebaut und aufgehübscht werden. So bekommt die Stadt hier ein Sahnestück in bester Lage. Doch, was könnte noch passieren?

Außengastronomie auf der Promenade

„Wir wissen ja aktuell nicht einmal genau, wie die genauen Pläne für die Ledastraße sind. Ich würde es schön finden, wenn die Gastronomie bei der Planung der Uferpromenade einbezogen wird“, sagt Maren Blumenberg, Inhaberin des Pier 23, das direkt am neuen Abschnitt der Promenade liegt.

So weit ist man bei der Stadt allerdings noch nicht. „Für die Fläche liegt derzeit keine Planung vor. Der Ausbau dieses Teilstücks der Uferpromenade war ein erster Schritt. Erst nach Realisierung des Hafenkopfes und der Verlängerung der Uferpromenade in diesem Bereich wird sich das ganze Potenzial der Uferpromenade zeigen“, sagt Holger Möse von der Stadt.

Politik wird entscheiden

Klar ist, dass die Verwaltung nicht alleine entscheiden wird, was auf der Promenade passiert. „In den politischen Gremien werden wir die weiteren Möglichkeiten für den gesamten Bereich besprechen“, sagt Möse. Bedeutet: Es kann noch dauern, bis auf der Promenade etwas passiert, aber die Tür für ein gastronomisches Angebot an einer der schönsten Ecken der Stadt ist nicht zu.

Die neugestaltete Uferpromenade im Hintergrund bietet einen tollen Ausblick. Foto: Kierstein/Archiv
Die neugestaltete Uferpromenade im Hintergrund bietet einen tollen Ausblick. Foto: Kierstein/Archiv

„Außengastronomie auf der Promenade wäre auf jeden Fall eine Bereicherung für diesen Bereich“, freut sich Maren Blumenberg. Bis jedoch der Hafenkopf fertig ist, wird es noch dauern. Hier arbeitet die Terfehr Projektentwicklung an einer Idee. „Wohn- und Geschäftshaus am Hafenkopf in Leer“ ist der Titel. Die Realität ist eine andere: Bis auf die Suche nach explosiven Überbleibseln aus dem Zweiten Weltkrieg hat sich auf der Fläche zwischen Polizeigebäude und Hafenbecken bis heute nicht viel getan.

Bau am Hafenkopf

Dabei wird es bis auf Weiteres auch bleiben: Wegen des Krieges in der Ukraine müsse der Baubeginn auf unbestimmte Zeit verschoben werden, sagte Terfehr-Geschäftsführer Johannes Kirchner vor Kurzem. Russland und die Ukraine seien große Stahllieferanten, und wegen des Krieges fehle dieser unverzichtbare Baustoff derzeit auf dem Markt.

Der Hafen ist eines der Aushängeschilder Leers. Foto: Kierstein/Archiv
Der Hafen ist eines der Aushängeschilder Leers. Foto: Kierstein/Archiv

Ohne Stahl gebe es aber auch keine Bohlen für die Spundwand im Hafenbecken, die wiederum fertig sein müsse, um mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Am Hafenkopf sollen zwei große Wohn- und Geschäftshäuser sowie eine Promenade mit gastronomischem Angebot und hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Wie lange die Bauarbeiten pausieren müssen, konnte Kirchner nicht einschätzen. Und bis dieser Teil nicht abgeschlossen ist, wird auch nicht über eine mögliche Nutzung des bereits nahezu fertigen Abschnitts der Uferpromenade gesprochen.

Restarbeiten

Auch am fertigen Promenadenstück ist noch nicht alles fertig So soll die Böschung noch aufgehübscht werden. Der barrierefreie Zugang ist bereits gewährleistet. Auf ursprünglichen Plänen sind jedoch weitere Zugänge, beispielsweise in Höhe des Pier 23, eingezeichnet.

Auch der Bereich oberhalb der Promenade wird noch deutlich aufgewertet. Die Ledastraße soll eine Fläche werden, auf der sich Passanten und Besucher gerne aufhalten, von der sie den Blick in den Hafen genießen und auf der Feste und Märkte stattfinden können. Der Autoverkehr wird nicht ausgesperrt, aber deutlich ausgebremst, so die Pläne. Möglich macht das Geld der EU durch das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“. Das soll den Kommunen helfen, ihre Innenstädte lebendig zu halten.

Ledastraße profitiert

Leer setzt die knapp 900.000 Euro, die es aus dem Programm bekommt, vor allem für den Umbau der Ledastraße ein. Auch soll die Brunnenstraße ein wenig aufgehübscht werden. Für eine Aufwertung des Ernst-Reuter-Platzes, die ebenfalls seit Jahren ein vielgehegter Wunsch ist, reicht die Summe nicht mehr.

So soll die Ledastraße in Zukunft aussehen. Foto: Archiv
So soll die Ledastraße in Zukunft aussehen. Foto: Archiv

Der Plan zur Ledastraße: Die Schwellen verschwinden, ebenso die Bordsteine. Die gesamte Fläche soll eben sein. Die äußere Abgrenzung übernehmen eine Entwässerungsrinne, die gleichzeitig als Leitlinie dient, Pflanzungen, Sitzgelegenheiten und Fahrradständer. So soll im Bereich der Einmündung Vaderkeborg eine Art Platz entstehen, auf dem Feste stattfinden können, auf den der Wochenmarkt ausweichen könnte und auf dem sich die Leeraner und die Besucher wohlfühlen.

Innenstadtkonzept

Ein Teil fließt aber auch in die Fortschreibung des Innenstadtkonzeptes. Das war das Ergebnis der Planungswerkstatt Innenstadt, an der sich rund 170 Bürger beteiligt hatten. Ihre Fortschreibung soll folgendermaßen ablaufen: Im Herbst gibt es Workshops zu vier Themenschwerpunkten.

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In ihnen sollen bis März 2023 kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen erarbeitet werden, mit denen die Innenstadt attraktiver wird, mehr Menschen angelockt werden, das Klima entlastet und der veränderten Mobilität Rechnung getragen wird. Je nach finanzieller Lage und Entscheidung der Politik, können die Vorschläge in Zukunft umgesetzt werden.

„Gemeinsam wollen wir unsere liebens- und lebenswerte Stadt noch attraktiver gestalten. Erlebnisshoppen, interaktive und digitale Angebote und vieles mehr, was zu einer Steigerung der Aufenthaltsqualität und zur Attraktivitäts- und Frequenzsteigerung führt, wollen wir gemeinsam diskutieren und herausfinden, womit wir Leeraner uns identifizieren können“, fasste Bürgermeister Claus-Peter Horst die Arbeit in den Workshops vor Kurzem zusammen.