Prozess am Cloppenburger Amtsgericht  Angeklagter wollte das letzte Wort haben

Franz-Josef Höffmann
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Von Franz-Josef Höffmann
| 09.08.2022 15:46 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Jugendgericht am Amtsgericht Cloppenburg beschäftigte sich mit den Fahrraddieben. Foto: Höffmannj
Das Jugendgericht am Amtsgericht Cloppenburg beschäftigte sich mit den Fahrraddieben. Foto: Höffmannj
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Viel Spaß gab es in einem Verfahren, in dem es um Fahrraddiebstahl ging. Zwei junge Männer aus Friesoythe waren angeklagt.

Friesoythe/Cloppenburg - Wegen Fahrrad-Diebstahls hat das Jugendgericht am Cloppenburger Amtsgericht am Dienstag einen 20-Jährigen aus Friesoythe schuldig gesprochen und den Angeklagten unter Betreuung gestellt. Außerdem muss der Friesoyther an einer Drogenberatung teilnehmen. Das Verfahren gegen einen Mitangeklagten (17) wurde gegen die Auflage, 20 Sozialstunden abzuleisten, eingestellt.

Am Tattag war der 20-Jährige zusammen dem 17-Jährigen in Friesoythe unterwegs gewesen. Der 17-Jährige hatte ein Fahrrad, der 20-Jährige dagegen hatte über kein Fahrrad verfügen können. Um das zu ändern, hatte sich der 20-Jährige einfach ein Fahrrad geklaut. Er entwendete es vor einem Geschäft in Friesoythe. Zwei Tage lang fuhr der 20-Jährige mit dem gestohlenen Fahrrad durch die Gegend, um es dann an einer Bushaltestelle einfach liegen zu lassen.

17-Jähriger legte Geständnis ab

Das muss der 17-Jährige gewusst haben. Und weil das gestohlene Fahrrad einen guten Eindruck gemacht hatte, nahm den Feststellungen zufolge nun der 17-Jährige das gestohlene Fahrrad an sich. Der 17-Jährige war dann auch mit dem gestohlenen Fahrrad angetroffen worden. Im Verfahren hat der 17-Jährige bestritten, gewusst zu haben, dass das Fahrrad gestohlen war. Dabei war er selbst dabei gewesen, als das Fahrrad gestohlen wurde. Das Gericht hielt die Aussage des 17-Jährigen dann auch für eine Schutzbehauptung.

Dann wurde diskutiert, ob das Verfahren gegen den 17-Jährigen nicht eingestellt werden könne. Doch ohne Geständnis werde gar nichts eingestellt, so die Vorsitzende Richterin. Das öffnete dann dem 17-Jährigen den Mund. Er legte ein Geständnis ab.

Im Verfahren hatte es viel Spaß gegeben. Vor allem der 20-jährige Angeklagte amüsierte sich köstlich. Und als die Vorsitzende ihm nach den Plädoyers das „letzte Wort“ erteilte, freute sich der 20-Jährige. Er fände es total cool, einmal das letzte Wort zu haben, sagte der 20-Jährige und lachte.

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