Sylt  Warum Sylt jetzt Dixi-Klos für die 9-Euro-Ticket-Punks aufstellt

Lea Sarah Pischel
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Von Lea Sarah Pischel
| 10.08.2022 13:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Rund 50 Menschen leben seit Wochen im Punk-Protestcamp auf Sylt. Die Anwohner sind genervt von Lärm, Müll und Alkohol. Die Gemeinde Sylt will nun Abhilfe schaffen – und stellt Dixi-Klos für die Punks auf.

Damit die Bewohner des Punk-Protestcamps nicht in Gebüsche oder an Straßenränder pinkeln, will die Gemeinde Sylt jetzt weitere Dixi-Toiletten aufstellen. Das hatten die Mitglieder des Hauptausschusses am Dienstagabend beschlossen. Zu den jetzt zwei öffentlichen Klohäuschen sollen demnach zwei weitere hinzukommen, sagte der Ausschussvorsitzende Holger Flessau (CDU) am Abend. Das Thema war zuvor teils heftig in der Sitzung diskutiert worden - und ist seit Beginn des 9-Euro-Tickets am 1. Juni stets präsent in Westerland.

Flessau kritisierte Wildpinkeln, Lärmbelästigung durch die Campbewohner sowie die Tatsache, dass eine Gedenkstatue am Rathaus beschmiert wurde: „Das tut weh, das ist nicht in Ordnung“, sagte er. Die Toiletten werden demnach regelmäßig von der Gemeinde geleert. Die Selbstorganisation im Team sei „weit vorangeschritten“ sagte hingegen Lars Schmidt (Zukunft). Die Bewohner sammelten ihren Müll auf, und dass immer wieder Menschen wild pinkeln liege daran, dass es für die Anzahl der Bewohner zu wenige Toiletten gäbe.

Seit rund zwei Wochen ist Protestcamp im Park vor dem Rathaus in Westerland offiziell genehmigt. Die rund 50 Bewohner fordern unter anderem „bezahlbaren Lebensraum für alle“ und machen sich „gegen soziale Ungerechtigkeit am Beispiel der Gentrifizierung und Abschottung der Reichen“ stark. 

Dafür, dass sich die sogenannten Wildpinkler auf Toiletten, statt auf der Straße erleichtern, kämpft die Gemeinde Sylt seit Beginn des 9-Euro-Tickets immer wieder. Zunächst hatten sich die neuen Sylt-Fans mehrere Wochen rund um den Wilhelminen-Brunnen versammelt, dort gefeiert, getrunken und eben auch gepinkelt. Ein massiver Betonklotz sollte dort dafür sorgen, dass die Punks nicht in eine Unterführung pinkeln. Diese Maßnahme half zunächst nur bedingt.

Nach dem Umzug der Punks und mit dem Start des Protestcamps vor rund zwei Wochen hatte sich der Radius der Wildpinkler vor das Rathaus verlagert.

Im Gespräch war zuletzt auch ein Alkoholverbot an den neuralgischen Punkten in der Westerländer Innenstadt wie am Bahnhof, an der Strandstraße und vor dem Rathaus. Diese Maßnahme scheint zunächst keine Option zu sein, wie auf der Sitzung am Dienstagabend deutlich wurde. Ein solches Verbot ist an zahlreiche rechtliche Kriterien geknüpft und kann demnach nicht einfach so beschlossen werden.

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