Nach 18 Jahren Hin und Her Jetzt soll es mit der Außenems-Vertiefung zügig vorangehen
Ende dieses Jahres sollen alle Unterlagen vorliegen, um die Fahrrinne bald zu vertiefen. Mit Umweltverbänden habe man sich so weit ausgetauscht, dass keine Klage erwartet wird, hieß es nun in Emden.
Emden - Jetzt soll es ganz schnell gehen: Nach mehr als 18 Jahren des Hin und Hers sollen Ende des Jahres nun alle Unterlagen für die geplante Außenems-Vertiefung vorliegen. Das sagte Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, am Freitagvormittag nach dem Runden Tisch Außenems. Wenn es keine großartigen Verzögerungen etwa durch Klagen der Naturverbände im Ablauf gebe, könnten dann „vorsichtig optimistisch“ 2024 die Arbeiten losgehen, ergänzte Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU). Innerhalb von drei Monaten könne die Fahrrinne dann vertieft sein, so Witte.
Damit sollen insbesondere die Erreichbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Emder Hafens gesichert werden, so Althusmann. Der Hafen sei wichtig für Niedersachsen und die Ems eine wichtige Lebensader der deutschen Wirtschaft, so Althusmann. Auf einer Strecke von knapp 13 Kilometern soll die Fahrrinne zum Hafen um einen Meter vertieft werden. Damit sollen auch größere Schiffe tideunabhängiger und vollbeladen Emden erreichen können. In einem Komplex wolle man die Vertiefung der Fahrrinne auch mit der Tidesteuerung in der Ems betrachten. Im Sommer 2020 war getestet worden, ob eine flexible Steuerung des Ems-Sperrwerks bei Oldersum weniger Schlick und mehr Sauerstoff für den Fluss bringt. Das aber hatte zu erheblichen Problemen im Emder Hafen geführt - insbesondere bei der Verladung von Autos.
Dialog soll Klage der Umweltverbände verhindern
Das Schlick-Problem im Hafen will man indes nachhaltiger angehen, sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD). Mit einem Wendebecken könne man beispielsweise eine Schlick-Falle aufbauen und die Sedimente dann aus dem Fluss entnehmen. Diese könnten dann auf Landflächen aufgebracht oder für den Deichbau verwendet werden. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) erwähnte dazu, dass es gut sei, dass der Entwässerungsverband an dem Vorhaben beteiligt sei. „Ostfriesen wissen, wie sie mit dem Wasser umgehen und das Land schützen.“ Eine Nutzung der Sedimente sei hier nichts Neues.
Er betonte insgesamt, dass es eine „nationale Verantwortung“ sei, den Hafen und die Ems mit Blick auf Ökologie und Ökonomie zu stärken. Rund 10.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze hingen am Hafen, die Wertschöpfung aus der Region sei groß. Der Hafen und die Ems brächten eine „Versorgungssicherheit für Gesamtdeutschland“.
Insgesamt gehe man in Bezug auf den Dialog mit Umweltverbänden bei dem Gesamt-Vorhaben jetzt einen anderen Weg als früher, sagte Olaf Lies. Es würden gemeinsam Lösungen gesucht und Maßnahmen gefunden, die sowohl etwas für die ökologische Verbesserung der Ems als auch für die wirtschaftliche bewirken. Man gehe die Sache also jetzt anders an. Von der Ökologie auf die Ökonomie gedacht. So hätte man es schon viel früher machen müssen, sagte er. Durch diesen stetigen Dialog wolle man das „Risiko verringern“, dass eine Klage der Umweltverbände das Projekt ausbremse, so Witte.