Flohmarkt in Simonswolde Mit diesen fünf Tipps klappt es mit dem Super-Schnäppchen
Lange Zeit konnte wegen Corona nicht mehr getrödelt werden. Mancher ist aus der Übung gekommen. Mit welcher Strategie man gut fährt, verrät ein Experte.
Simonswolde - Am kommenden Augustwochenende, vom 20. auf den 21. August, laufen die Schnäppchenjäger in Simonswolde auf dem 24-Stunden-Flohmarkt zur Höchstform auf. Nach zweijähriger Pandemie-Pause werden sich wieder Tausende beim Schein von Stirn- und Taschenlampen auf die Suche begeben.
Die Redaktion hat sich gefragt, wie man dabei strategisch klug vorgeht. Wie kann ich mich so verhalten, dass ich tatsächlich etwas Außergewöhnliches finde? Oder einfach nur ein modisches T-Shirt zum günstigen Preis? Oder Kleidung für den zweijährigen Nachwuchs? Wir haben mit Ewald Hagedorn gesprochen. Der Wiesederfehntjer hat zehn Jahre lang am Jannburger Weg den populären Flohmarkt arrangiert. Er weiß also, wo der Hase langläuft. Außerdem hat sich der 70-Jährige früher leidenschaftlich gerne selbst auf die Suche nach Schnäppchen gemacht. Mit diesen fünf Tipps kann seiner Meinung nach ein guter Fund gelingen:
1. Der richtige Zeitpunkt
Was für einen vitalen Start in den Tag gilt, hat auch beim Flohmarktbesuch Gültigkeit: Der frühe Vogel fängt den Wurm. „Wir haben am Jannburger Weg offiziell erst um 9 Uhr geöffnet, aber die wirklichen Spürnasen waren bereits immer so um 6 Uhr herum da. Haben geschaut, was ausgepackt wurde, und dann bereits zugeschlagen“, hat Ewald Hagedorn beobachtet. Beim 24-Stunden-Flohmarkt gelten natürlich andere Gesetze. Offizieller Beginn ist am Sonnabend, 20. August, um 17 Uhr. Bereits um 14 Uhr sind allerdings einige Straßen abgesperrt und Parkplätze ausgewiesen. Wer den Premium-Zugriff haben möchte, schleicht bereits kurz nach dem Mittagessen durch die Straßen von Simonswolde.
2. Der Blick macht es
Sehr hinderlich ist bei der Recherche das, was viele moderne Menschen fast blind macht: der Tunnelblick. Vielleicht sollte der ein oder andere jetzt schon ein bisschen Augengymnastik machen, damit er am nächsten Wochenende alles im Blick hat und das Passende findet. „Man sollte nicht nur auf den Tischen der Beschicker schauen, sondern auch an den Seiten oder im Hintergrund“, rät Ewald Hagedorn. Geheimfächer gibt es natürlich auf einem Flohmarkt nicht. Aber: „Ich empfehle immer, einfach unter dem Tisch zu gucken. Dort findet man mitunter etwas, womit man gar nicht gerechnet hat.“
3. Die richtige Feilschtechnik
Wenn man tatsächlich das Objekt der Begierde gefunden hat, sollte man sich nicht von seiner Gier überwältigen lassen. Mancher Deal scheitert daran, dass ein Kunde meint, er könne finanziell richtig absahnen. „Man sollte es beim Feilschen nicht übertreiben“, legt Ewald Hagedorn den Flohmarktbesuchern ans Herz. Bei einer reich verzierten Blumenvase aus Kristallglas, für die der Beschicker zehn Euro haben möchte, mit dem Gebot von fünf Euro vorzupreschen könnte das Geschäft gleich zu Beginn ruinieren. Aus Vorsicht gar nicht zu feilschen kann das Gegenüber auch verstimmen, wie Fans von Monty Python aus der legendären Szene in dem Film „Das Leben des Brian“ wissen. Darin versucht Brian auf der Flucht vor den Römern auf einem Basar unterzutauchen, wird aber von einem Händler zu einem Geschäft genötigt. Die Hauptfigur will den geforderten Preis sofort zahlen, was sein Gegenüber zu lautstarken und verräterischen Protesten veranlasst.
4. Der Preis ist heiß
Wenn jemand einen bestimmten Artikel im Auge hat, den er gerne finden und erwerben möchte, sollte er sich vorher über E-Bay oder vergleichbare Portale schlaumachen, was man dafür im Schnitt verlangen kann. Diese Recherche alleine kann schon recht aufwendig sein. Um bei der Kristallvase zu bleiben: Die Bandbreite des Preises ist enorm. Der Anbieter einer Vase aus Bleikristall mit Rübezahl-Motiven will dafür 18,50 Euro haben. Fündig würde man aber schon für fünf Euro. Zu beachten ist dabei immer, dass es noch ein Bieterverfahren gibt und der Preis steigen kann. Insofern sind die Preise nur Näherungswerte. Die Vorabinformation kann in jedem Fall als Vorbereitung auf ein sachkundiges Feilschen dienen. Einen Sachverständigen, wie dies bei der beliebten Sendung „Bares für Rares“ der Fall ist, wird man auf dem Flohmarkt kaum antreffen.
5. Das passende Licht
Beim Flohmarkt in Simonswolde sollte man sich auf jeden Fall mit einer Stirn- oder Taschenlampe ausstatten, bevor man in der Nacht loszieht. Sonst hat man schnell das Nachsehen. Viele Stände werden zwar von den Beschickern ausgeleuchtet, aber oft nicht so, dass man wirklich alles gut erkennen kann. Wer gutmütig auf die Taschenlampenfunktion bei seinem Smartphone setzt, wird schnell merken, dass er bald im Dunkeln steht. Gibt es die Möglichkeit, auf dem Flohmarkt Stirn- oder andere Lampen zu kaufen? „So etwas bieten wir nicht an. Das können wir nicht leisten“, sagte Veranstalter Horst Harms auf Nachfrage.
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