Weniger Kunden Bauarbeiten in Emder Fußgängerzone dauern an
Zurzeit ist die Straße Zwischen Beiden Sielen ein langer Schotterweg. Baustellenfahrzeuge schmälern die Zugänge der Fußgängerzone. Wie geht es den Läden in der Straße?
Emden - Seit dem 5. April dieses Jahres ist die sonst so beliebte Einkaufsstraße Zwischen Beiden Sielen im Stadtzentrum von Emden eine einzige Baustelle. Insgesamt sieben Löcher mit Leitungen klaffen noch vor einigen Läden. Auf dem Platz zwischen der Löwen-Apotheke und dem Schmuckgeschäft Atelier Kalvelage, wo sich die Straßen Zwischen Beiden Sielen, Neuer Markt, Bismarck- und Pottgießerstraße kreuzen, steht ein Bauzaun. Hinter ihm häufen sich Schotter, Sand, Kabel und Rohre.
Das soll auch noch einige Monate so bleiben. Versorgungsleitungen für Gas, Wasser, Strom sowie für das Glasfasernetz sollten komplett erneuert werden. „Aktuell wird die Sanierung der Hausanschlüsse vorgenommen. Hierbei kommt es nur noch zu kleinen, räumlich begrenzten und kurzfristigen Absperrungen“, teilt Stadtsprecherin Theda Eilers mit. Das dürften die sieben Löcher sein, die am Montag noch in der Fußgängerzone klafften. Der Großteil der Straße ist also inzwischen wieder zu. Aber von den geplanten rot-bunten Klinkern, wie sie auch den Neuen Markt und die angrenzenden Bereiche zieren, sieht man noch nichts. Stattdessen liegt überall Schotter. Von den angekündigten Lichtmasten und Sitzbänken fehlt auch noch jede Spur. Die rund 120 Meter lange Baustelle betrifft viele Geschäfte. Wie geht es den Läden in der Fußgängerzone nach mehr als vier Monaten? Diese Zeitung hat nachgefragt.
Probleme der Geschäfte mit der Baustelle
Das Schnellrestaurant Kochlöffel liegt recht am Anfang der Fußgängerzone beim Zugang von der Neutorstraße. Bis vor zwei Wochen gab es hier nur einen sehr schmalen Weg vor dem Eingang, erzählt Filialleiter Naim Beganaj: „Das merkt man schon am Umsatz. Das soll ja jetzt noch mehrere Monate so weitergehen. Nachdem die die Kabel verlegt haben, fangen die Bauarbeiter dann an, zu pflastern.“ Direkt gegenüber ist die Buchhandlung Thalia. „Ich kann vollkommen verstehen, dass die hier bauen müssen, aber die Baustellenfahrzeuge verstellen teilweise so die Wege, dass es für Passanten schwierig ist, durchzukommen. Gerade für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen ist das problematisch“, meint Natascha Hinrichs, die die Buchhandlung leitet. An Kunden mangle es ihnen jedoch nicht.
Anders sieht es beim Blumenladen schräg gegenüber aus: „Es ist viel Schmutz und Lärm und natürlich auch kein schöner Anblick. Dementsprechend haben wir weniger Kunden. Gott sei Dank werden wir von hinten beliefert, damit haben wir zumindest keine Probleme“, erklärt eine Mitarbeiterin von Blume Ideal.
Arbeiten sollen noch ein Jahr andauern
Ines Schlüter hat eine ähnliche Beobachtung gemacht: „Die Leute kommen hier schwieriger rein. Dadurch ist die Fußgängerzone leerer als sonst“, findet die Friseurin vom „Loom Hairstyle“-Salon. Das könnte auch an den Schwierigkeiten liegen, die die aktuelle Beschaffenheit der Straße mit sich bringt. „Gerade für Ältere mit Rollator ist es schwierig mit den ganzen Steinchen. Auch der Staub ist nicht so toll. Wir hoffen aber, dass es schnell fertig wird“, sagt Sabrina Weetmann, Verkäuferin bei Bäcker Buchholz. Apothekerin Petra Ollech sieht das Ganze etwas pragmatischer: „Wo gehobelt wird, fallen Späne. Es ist schon eine Lärmbelästigung, wenn die hier zum Beispiel vor der Tür mit dem Bagger stehen. Durch Mundschutz und die Schutzscheibe müssen wir eh schon lauter reden und dadurch dann nochmal lauter“, sagt die Angestellte der Löwen-Apotheke am anderen Ende der Fußgängerzone.
Ab Anfang September soll der zweite Teil der Arbeiten starten, bei dem die „Oberfläche und damit auch die Gestaltung mehr in den Vordergrund“ rücken, wie die Stadtsprecherin erklärt. Die Arbeiten sollen insgesamt bis zum Sommer kommenden Jahres abgeschlossen sein.