Berlin  Immer mehr junge Menschen in Deutschland erkranken an Demenz

Carolin Ungrad
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Von Carolin Ungrad
| 18.08.2022 20:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Immer mehr Menschen in Deutschlanden leiden an Demenz – auch in jüngeren Jahren. Foto: Imago-Images/YAY Images
Immer mehr Menschen in Deutschlanden leiden an Demenz – auch in jüngeren Jahren. Foto: Imago-Images/YAY Images
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Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft veröffentlichte kürzlich die Anzahl der an Demenz erkrankten Personen in Deutschland – die Zahlen steigen kontinuierlich. Auch immer mehr Menschen unter 65 Jahren tauchen in der Statistik auf.

Es fängt mit dem Vergessen von bestimmten Wörtern an und kann sogar so weit führen, dass man nicht mehr alleine sitzen kann: Demenz. Während häufig davon ausgegangen wird, Demenz könne nur ältere Menschen treffen, zeigt sich mittlerweile, dass auch jüngere Menschen an den Gedächtnis- und Sprachstörungen leiden können.

Laut den neuesten Berechnungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) leben in Deutschland derzeit circa 1,8 Millionen Demenzerkrankte. Die meisten leiden an der Unterform Alzheimer. So sind in 2021 rund 440.000 Neuerkrankungen gezählt worden.

Aufgrund der demografischen Veränderung kommt es zu mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen der bereits Erkrankten – deswegen steigt die Zahl der Demenzerkrankten kontinuierlich an. Erste Prognosen zeigen demnach, dass die Zahl der Erkrankten im Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen ansteigen könnte.

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Wie die DAlzG unter Berufung auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angibt, müsse davon ausgegangen werden, dass derzeit auch mehr als 100.000 Menschen unter 65 Jahren in Deutschland an Demenz erkrankt sind.

Jochen René Thyrian, Vorstandsmitglied der DAlzG, erklärt: Zwar sind die Zahlen junger von Demenz betroffener Menschen deutlich höher als noch in vergangenen Jahren. Das liege aber nicht daran, dass mehr Menschen erkranken, sondern vor allem an der stark verbesserten Diagnostik.

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Wie die „New York Times“ berichtet, können verschiedene Aktivitäten dem Demenz-Risiko vorbeugen. Laut Joel Salinas, Assistenzprofessor für Neurologie an der Grossman School of Medicine der New York University, werden körperliche Aktivitäten von Ärzten zwar nicht verschrieben – mittlerweile gibt es aber viele Studien, die den positiven Effekt körperlicher Aktivitäten auf das Demenz-Risiko zeigen.

Eine Studie ergab, dass bei den Teilnehmern, die sich regelmäßig und intensiv betätigten, also zum Beispiel Sport trieben oder trainierten, das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 35 Prozent gesenkt wurde. Auch die Personen, die regelmäßig Hausarbeiten, wie beispielsweise Staubsaugen, nachgingen, hatten einen signifikanten Vorteil: Das Risiko wurde um 21 Prozent gesenkt.

Aber nicht nur eine Studie belegt das: Viele Studien fanden laut der „New York Times“ einen Zusammenhang zwischen körperlichen Aktivitäten und einem verringerten Demenz-Risiko. Auch Sandra Weinberg, Neurologin an der Feinberg School of Medicine der Northwestern University, sagt: „Ihr Gehirn ist ein Teil Ihres Körpers und wird von allem profitieren, was Sie für Ihre allgemeine Gesundheit tun.“

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