Landgericht Oldenburg 39-Jähriger soll 400 Kilo Kokain geschmuggelt haben
Vor dem Landgericht Oldenburg muss sich seit Freitag ein 39-jähriger Niederländer verantworten. Er soll Teil einer international agierenden Drogenbande sein.
Wilhelmshaven/Oldenburg - Ein Mega-Drogenprozess hat am Freitag vor dem Oldenburger Landgericht begonnen: Es geht um den Schmuggel von 400 Kilogramm Kokain. Angeklagt wegen dieser Tat ist ein 39 Jahre alter Mann aus den Niederlanden. Der 39-Jährige soll zu einer international agierenden Drogenbande gehören, die insgesamt 1,3 Tonnen Kokain geordert und geschmuggelt hatte. Die Wege der Bande führen nach Wilhelmshaven. Dort wurde eine konspirative Wohnung angemietet, an deren Anschrift per Post mehrere Pakete mit Drogen geschickt wurden.
Zunächst ging es um 100 Kilogramm Marihuana. Dann orderte die Bande in Südamerika 400 Kilogramm Kokain. Das Rauschgift – unter Waren in einem Lastwagen versteckt – ging zunächst in die Niederlande und sollte von dort anschließend durch Deutschland ins russische St. Petersburg transportiert werden. Doch in den Niederlanden war das Rauschgift dann plötzlich verschwunden. So orderte die Drogenbande in Kolumbien noch einmal 900 Kilogramm Kokain. Doch dann flog die Gruppe auf. Weil eines der Bandenmitglieder aus Wilhelmshaven stammt und sich dort auch die konspirative Wohnung befand, ist für das Verfahren das Oldenburger Landgericht zuständig.
Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren
Dort wurde vor drei Jahren schon einmal verhandelt. Sechs Männer, darunter der Wilhelmshavener, mussten sich wegen des Schmuggels von 1,3 Tonnen Kokain verantworten. Zwar waren die 900 Kilogramm Kokain nie in den Handel gelangt, die Angeklagten mussten sich den geplanten Schmuggel aber zurechnen lassen, weil entsprechende Verträge bereits unterschrieben waren.
Hinzu kamen die 400 Kilogramm Kokain, die in Holland verschwunden waren. Nach 60 Verhandlungstagen fiel 2019 dann das Urteil gegen die sechs damaligen Angeklagten. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Judith Blohm verurteilte die Männer zu Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren.
Einzig der Angeklagte aus Wilhelmshaven kam noch mit einer Gefängnisstrafe von acht Jahren davon. Ihm kam die Kronzeugenregelung zugute. Er hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt und die Mitangeklagten schwer belastet. Der jetzige Angeklagte war jahrelang untergetaucht und konnte erst jetzt nach Deutschland ausgeliefert werden. Der Niederländer soll nicht nur für den Schmuggel der 400 Kilogramm Kokain mitverantwortlich sein, sondern auch für das Verschwinden dieses Rauschgifts in den Niederlanden.