Tipps für einen guten Start  Was gegen den Frust am Ferienende hilft

| | 20.08.2022 09:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch Lehrkräfte können den Kindern den Wiedereinstieg nach den Ferien erleichtern. Foto: Warmuth/dpa
Auch Lehrkräfte können den Kindern den Wiedereinstieg nach den Ferien erleichtern. Foto: Warmuth/dpa
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Sechs Wochen Ferien neigen sich dem Ende zu. Nicht alle Schüler freuen sich, dass es wieder losgeht. Wir haben Fachleute gefragt, was gegen den Blues hilft.

Ostfriesland - Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub fällt nicht nur Erwachsenen schwer. Auch einigen Kindern und Jugendlichen schlägt es aufs Gemüt, wenn sie nach sechs Wochen Sommerferien wieder zur Schule müssen. Ferienend-Frust macht sich breit. Wir haben Pädagogen und Psychologen gefragt, was man dagegen tun kann.

Die Ferien bis zuletzt genießen

Schon das Ferienende ist oft ein bisschen stressig. Alle haben wichtige Dinge zu erledigen. Gerade an den letzten Tagen vor dem Schulstart sollte sich die Familie dennoch bewusst Zeit für schöne Dinge nehmen, beispielsweise für einen Besuch im Schwimmbad.

Den Rhythmus ändern

Um den Start zu erleichtern, können sich Schüler an den letzten Ferientagen allmählich wieder dem Rhythmus des Schulalltags anpassen, also abends früher ins Bett gehen und morgens früher aufstehen.

Soziale Kontakte pflegen

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Schon bevor die Schule wieder losgeht, sollte man sich mit Schulfreundinnen und -freunden verabreden. Das erleichtert den Wiedereinstieg.

Das Urlaubsgefühl hinüberretten

Schöne Rituale aus den Ferien kann man im Alltag beibehalten, zum Beispiel das abendliche Kartenspiel mit der ganzen Familie. „Man kann auch Gegenstände aus dem Urlaub mitnehmen, zum Beispiel Muscheln ins Schuletui legen oder das neue T-Shirt für den ersten Schultag rauslegen“, sagt Julian Schwan von der Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen in Leer.

Sanft anfangen

Lehrkräfte können den Schülern den Start erleichtern, indem sie spielerisch mit sozialem Lernen einsteigen, rät Stefan Störmer aus Leer. Er ist Gymnasiallehrer und Landesvorsitzender der Gewerkschaft GEW. „Ein bisschen entspannt starten, wieder reinkommen“, sagt Störmer. „Das stärkt auch die Klassengemeinschaft.“ Rüdiger Musolf, Leiter des Gymnasiums Ulricianum in Aurich, sagt: „All unsere Lehrkräfte sind in den ersten Tagen und Wochen bemüht, die Kinder ankommen zu lassen.“ Das gehe beispielsweise durch Projekttage.

Probleme ernst nehmen

Wenn Kinder zum Schulbeginn Angst, Zweifel oder ein ungutes Bauchgefühl haben, sollten Eltern das ernst nehmen und auch zulassen. Im gemeinsamen Gespräch können sie herausfinden, welche Gründe es dafür gibt. Stefan Eilers von der Awo-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Aurich sagt: „In der Beratungsstelle erleben wir häufig, dass Kinder in der Schule von Mobbing betroffen sind. Einige stehen unter großem Leistungsdruck, und bei anderen wurden während der Corona-Zeit Schulängste verstärkt.“ Eilers und sein Fachteam raten den Eltern: „Vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass Sie auf seiner Seite stehen, und schauen Sie, was Ihr Kind von Ihnen braucht.“

Den Ball flach halten

Schule ist wichtig, aber nicht das Wichtigste im Leben. Eltern sollten bei schlechten Noten gelassen bleiben und ihren Kindern vermitteln, dass sie sie unabhängig von Zensuren lieben. Druck hilft nicht – stattdessen Verständnis zeigen!

Schätzen, was man hat

Schulleiter Rüdiger Musolf hat die Erfahrung gemacht, dass sich die meisten Kinder und Jugendlichen nach sechs Wochen Ferien auf die Schule freuen. Dieses Gefühl habe sich durch die Corona-Pandemie noch verstärkt: „Wir alle haben in den letzten zwei Jahren gemerkt, wie wertvoll der Schulbesuch ist und wie schön es ist, in eine Schule gehen zu dürfen.“

Sich auf etwas freuen

Auch im Alltag kann man sich auf viele Dinge freuen, zum Beispiel auf das Treffen mit Freunden oder einen Ausflug mit der Familie. Und nicht vergessen: Mitte Oktober fangen die Herbstferien an.

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