Scholz in Kanada  Es droht ein böses Erwachen

Marion Trimborn
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Ein Kommentar von Marion Trimborn
| 22.08.2022 16:32 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wirbt in Kanada um Wasserstoff und Flüssiggas, um die Energienot Deutschlands zu lindern Foto: DPA
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wirbt in Kanada um Wasserstoff und Flüssiggas, um die Energienot Deutschlands zu lindern Foto: DPA
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Kanzler Scholz und sein Vize reisen im Doppelpack nach Kanada. Sie suchen dort nach Lösungen für Deutschlands energiepolitische Nöte. Schnelle Erfolgsmeldungen werden sie nicht mitbringen.

Mal wieder ist der Bundeskanzler als Bittsteller in Sachen Energie im Ausland unterwegs. Olaf Scholz’ Mission lautet: Flüssiggas besorgen, das in Deutschland ab Herbst dringend gebraucht wird, um Ersatz für russisches Gas zu haben. Doch bislang ist die Bilanz der Betteltour im Ausland gleich null: Sowohl aus Katar wie auch aus Norwegen kamen Habeck beziehungsweise Scholz mit leeren Händen in puncto Gaslieferungen zurück. Auch bei Kanada ist nichts drin, was im bevorstehenden Winter weiterhelfen würde.

Immer deutlicher wird, dass Deutschland in eine nie dagewesene Energiekrise rutscht, zumal Russland die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 weiter gedrosselt hat. Immer deutlicher wird aber auch, dass es eine Reihe an Widersprüchen der deutschen Energiepolitik gibt.

Wer Kohle und Kernkraft abgeschrieben hat und jetzt nicht mit voller Kraft wiederbelebt, akzeptiert gefährlichen Mangel. Wer nicht gleichzeitig massiv auf erneuerbare Energien oder auch Fracking setzt, nimmt Höchstpreise für Strom und Gas in Kauf. Wer die „böse“ Pipeline Nord Stream 2 nicht will, geht erhebliche Versorgungs-Risiken ein. Wer das alles als Folge des Ukraine-Krieges in Kauf nimmt, sollte der Ukraine auch militärisch helfen und endlich mehr schwere Waffen liefern – aber auch hier zögert die Ampel schon seit langem. Das alles passt nicht zusammen.

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