Hannover  Niedersachsen muss zum Lehrer-Land Nummer 1 werden

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 22.08.2022 16:41 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Niedersachsen herrscht akuter Lehrermangel. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild
In Niedersachsen herrscht akuter Lehrermangel. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild
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In Niedersachsen fehlen viel zu viele Lehrer. Das kann man bedauern, sollte das Land aber lieber als Chance begreifen.

Sohnemann kann am ersten Schultag nach den Ferien nochmal ausschlafen. Der Unterricht beginnt für ihn und vermutlich Tausende andere Schüler in Niedersachsen nicht regulär, sondern deutlich später. „Fällt aus“: Was schon vor den Ferien keine Ausnahme war, setzt sich im neuen Schuljahr fort.

Niedersachsen hat ein echtes Lehrer-Problem, das gravierende Unterrichtsausfälle nach sich zieht. Vor Beginn des neuen Schuljahrs fehlen nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft GEW rund 10.000 Beschäftigte, davon 7000 Lehrer.

So dramatisch die Lage auch ist: Für das Land steckt in dieser Problematik auch eine Chance. Niedersachsen sollte sich auf den Weg machen, um zum Lehrer-Land Nummer 1 zu werden. Ja, das kostet eine Menge Geld, aber sinnvoller als in die Zukunft der Kinder lassen sich Finanzmittel kaum investieren.

Zu einer besseren Bezahlung müssen sich attraktive Rahmenbedingungen gesellen, um den Lehrerberuf endlich wieder attraktiv zu machen. Bestbezahltester Halbtagsjob? Das war einmal, wenn überhaupt.

Heute sind die Anforderungen an Pädagogen enorm. Sie können kaum auffangen, was in manchen Elternhäusern versäumt wird. Und was die Corona-Krise an langfristigen Nachwirkungen bei Kindern und Jugendlichen noch auslöst, vermögen selbst Experten heute noch nicht wirklich abzuschätzen.

Kurzum: Niedersachsen muss im Wettbewerb um kluge Köpfe eine Lehrer-Offensive starten, die so gut ist, dass sie nicht ausschließlich Quereinsteiger anspricht, sondern „echte“ Pädagogen nach ihrer Ausbildung gern bleiben und im besten Fall Lehrer aus anderen Landesteilen nach Niedersachsen kommen, weil es sich hier gut leben und unterrichten lässt. Das wird teuer, aber am Ende zahlt es sich ganz sicher aus.

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