Holz zum Heizen Knappes Gas – nimmt der Holzdiebstahl in den Wäldern nun zu?
Die Energiepreise schießen in die Höhe. Der Waldeigentümer-Verband beklagt, dass nun immer mehr Holz aus den Wäldern geklaut wird. Oft führt moderne Technik zu den Dieben.
Ostfriesland - Noch sind es über 30 Grad draußen. Doch, der Winter wird kommen und mit ihm die Frage: Wie wird geheizt. In den meisten Häusern und Wohnungen in Deutschland wird dafür Gas verwendet.
Was und warum
Darum geht es: Gas wird zunehmend teuer. Deshalb wollen viele wieder auf Holz setzen. Da aber auch dies meist ausverkauft ist, scheinen Holzdiebe die Wälder in Deutschland aufzusuchen.
Vor allem interessant für: alle, die sich Sorgen um die Energieversorgung machen
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, ob der Holzdiebstahl in Ostfriesland zunimmt. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Die Preisspirale beim Gas zeigt jedoch steil nach oben. Die Befürchtung ist, dass man sich dies einfach nicht mehr leisten könnte. Deshalb explodiert auch in Ostfriesland die Nachfrage nach Kaminöfen und Feuerholz. Sowohl Holz als auch Kamine sind jedoch kaum lieferbar.
Holzdiebstahl nimmt zu
Der Mangel am Brennholz zieht deshalb immer wieder Menschen in den Wald, um dort Holz zu stehlen. Der Waldeigentümer-Verband AGDW aus Berlin rechnet mit Schäden von mehreren Millionen Euro jährlich wegen des Diebstahls. „Je höher der Holzpreis, desto größer die Diebstahlquote“, so der AGDW gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Laut Verbandssprecher Jürgen Gaulke rechnen große Betriebe inzwischen mit Verlusten in einer Größenordnung um 0,5 bis zwei Prozent des Jahreseinschlags.
In Ostfriesland ist der Diebstahl jedoch kein Thema. „Im Moment verzeichnen wir keine Fälle von Holzdiebstahl. Wir können aber auch nicht prüfen, ob jemand ein oder zwei Raummeter aus den Wäldern klaut“, sagt Anna Burwinkel, Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft Ems-Jade.
Noch kein Problem in Ostfriesland
Das bestätigt Knut Sierk von den Niedersächsischen Landesforsten. „Der Diebstahl spielt bei uns keine große Rolle. Ich kann mir aber vorstellen, dass es zunimmt, sobald es kühler wird“, sagt er. Denn klar ist, auch die Landesforsten verzeichnen eine große Nachfrage nach Brennholz. „Das Laubholz ist verkauft. Es kann sein, dass in manchen Bereichen noch etwas Nadelholz da ist“, sagt Sierk.
Dennoch habe man bei den Landesforsten keine Sorge davor, dass Menschen in den Wald gehen und Bäume fällen. „Es kann dazu kommen, dass das Holz vom Wegrand geklaut wird. Das passiert immer mal wieder und könnte nun zunehmen“, sagt Sierk. Dabei ist das Holz, das im Wald liegt nicht besitzlos. „Das Holz gehört dem Waldbesitzer damit ist das Diebstahl“, sagt er. Das bestätigt auch die Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft Ems-Jade. „Jeder darf in den Wald, um sich zu erholen. Holz mitzunehmen ist aber verboten“, sagt sie.
Hohe Strafen
Der Holzdiebstahl wird mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. In den meisten Fällen werden Geldstrafen angewandt. So hatte beispielsweise im Jahr 2019 das Hersfelder Amtsgericht einen Mann verurteilt. Er musste 20 Tagessätze à 50 Euro zahlen.
„Wenn Holz geklaut wird, ist das entweder zum Eigenbedarf oder, es wird weiterverkauft“, so Sierk von den Landesforsten. Er erinnert sich an einen kuriosen Fall. „Wir haben einmal gestohlenes Brennholz in einer Pizzeria gefunden“, sagt er. Der Inhaber sei jedoch unschuldig gewesen. Er habe im besten Gewissen das Holz gekauft und nicht gewusst, dass dieses gestohlen sei.
Auf die Schliche gekommen waren sie dem Dieb, da Holz, das an den Wegesrändern im Wald liegt, oft mit Transpondern ausgestattet ist. „Wir sehen dann am PC, wohin das Holz geht und können es verfolgen“, sagt er.