Gamescom Eine Chance für die kleinen Hersteller
Nach zwei corona-bedingt digitalen Ausgaben startet am Mittwoch wieder die Gamescom in Köln. Auf der Videospielmesse zeigt sich durch die Abwesenheit großer Namen, wie sehr die Branche im Wandel ist.
Vorbei sind die Zeiten, in denen junge Leute auf der Gamescom stundenlang anstanden, um für wenige Minuten ein Videospiel auszuprobieren. Die Branche steckt im Wandel – und das wird man auch auf der Messe sehen, die nach zwei corona-bedingt rein digitalen Ausgaben am Mittwoch in Köln beginnt.
Ein Indiz: Große Hersteller wie Sony oder Nintendo haben abgesagt. Sie sind offenbar längst nicht mehr darauf angewiesen, sich auf der Gamescom zu präsentieren. Sony setzt derweil – wie auch bereits Microsoft, der dritte im Trio der Videospiel-Giganten – auf ein Abo-Modell, um Spiele an den Mann oder die Frau zu bringen. Geht es nach ihnen, soll bald keiner mehr in den Laden gehen, um sich ein Videospiel zu kaufen. Stattdessen gibt es für eine monatliche Gebühr eine breite Auswahl. Sowohl die Japaner als auch deren US-Mitbewerber haben hierfür kleinere Studios geschluckt, um ihr Portfolio an Spieletiteln aufzustocken.
Die Gamescom gehört damit umso mehr den (noch) unabhängigen Firmen, die mit kleiner Mannschaft kreative Spielideen umsetzen und in Deutschland den wichtigsten Teil der Branche ausmachen. Welche Folgen die Abo-Modelle allerdings für sie haben, ist offen. Ihre kleinen Titel drohen unter der Welle an Games, die Spieler mit den Abos geliefert bekommen, unterzugehen. Die Gamescom könnte eine Chance sein, die kleinen Spielefirmen stärker in den Fokus zu rücken.
Den Autor erreichen Sie unter m.alberts@zgo.de