Helfer in Not Stadt soll der Leeraner Tafel helfen, aber wie?
Leicht hatte es die Leeraner Tafel schon lange nicht mehr. Aber jetzt spitzt sich die Situation zu. Geld geben, könne die Stadt nicht, sagt der Bürgermeister. Gibt es andere Möglichkeiten zu helfen?
Leer - Hohe Spritpreise, hohe Gaspreise, vergleichsweise wenig Ware aus den Supermärkten und eine durch die steigenden Preise und den Krieg in der Ukraine ständig steigende Anzahl von Bedürftigen: Die Situation für die Leeraner Tafel spitzt sich zu. Die Tafeln in Deutschland sammeln bei Supermärkten Lebensmittel ein, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch genießbar sind. Die werden dann an Bedürftige für einen Minimalbetrag verkauft.
Die Verantwortlichen der Leeraner Tafel haben verschiedene Institutionen angesprochen, mit der Bitte um einen regelmäßigen Spendenbetrag für eine gewisse Zeit. Ziel sei gewesen, so in etwa 10.000 Euro zu bekommen, über die man sicher verfügen könne, hatte Pastor Andreas Bartels der Redaktion gesagt. Bartels ist beim Evangelischen Diakonieverband in Ostfriesland unter anderem zuständig für die Leeraner Tafel.
Hochachtung für das Engagement
Auch die Stadt Leer hat ein entsprechendes Schreiben bekommen – und abgesagt. Es gebe in Deutschland ein funktionierendes Sozialsystem, in das die Stadt nicht zusätzliches Geld pumpen könne, erklärte Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) auf Anfrage. Erst recht nicht in ihrer finanziell angespannten Lage. Das ändere aber nichts daran, dass die Tafeln eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielten und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter einen hoch zu achtenden Einsatz brächten. Deshalb bemühe er sich, auf anderem Wege zu helfen. So stehe er im Kontakt mit verschiedenen Ansprechpartnern, die womöglich die Tafeln unterstützen könnten.
Die CDU-Fraktion, die die sitzungsfreie Ferienzeit unter anderem für einen Besuch der Leeraner Tafel genutzt hatte, möchte aber, dass die Stadt Leer gemeinsam mit der Kommunalaufsicht des Landkreises prüft, ob und wie eine Förderung der Tafel durch die Stadt rechtlich möglich ist. Außerdem sollten die Vertreter der Tafel in eine Sitzung des Sozialausschusses eingeladen werden, um ihre Arbeit und ihr Konzept für die zukünftige Finanzierung vorzustellen. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion nun dem Bürgermeister geschickt. Der betonte, dass die geforderte Überprüfung ganz in seinem Sinne sei.
Auch die Grünen treibe die Situation der Tafel um, sagte Fraktionsvorsitzender Bruno Schacher der Redaktion. Er könne sich vorstellen, dass zu dem Thema das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, sagte er. Bei der Leeraner Tafel sind rund 6600 Personen, davon etwa ein Drittel Kinder, aus gut 3000 Haushalten registriert.