Osnabrück  Kanada-Deal markiert Politik mit Weitsicht - endlich mal

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 24.08.2022 14:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hand drauf: Der kanadische Premier Justin Trudeau und Bundeskanzler Olaf Scholz haben den Aufbau einer transatlantischen Wasserstoffversorgungskette vereinbart. Foto: picture alliance/dpa/Canadian Press via ZUMA Press
Hand drauf: Der kanadische Premier Justin Trudeau und Bundeskanzler Olaf Scholz haben den Aufbau einer transatlantischen Wasserstoffversorgungskette vereinbart. Foto: picture alliance/dpa/Canadian Press via ZUMA Press
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Das Abkommen zwischen Kanada und Deutschland zur Ankurbelung der Wasserstoffwirtschaft löst keine kurzfristigen Probleme. Es ist aber Ausdruck einer Politik mit Weitsicht - es wurde auch Zeit.

Kein anderes Element soll auf dem Weg Deutschlands zur Klimaneutralität 2045 eine so große Rolle spielen wie Wasserstoff. Bislang ist das aber nicht viel mehr als eine Hoffnung. Grüner Wasserstoff ist bei weitem noch nicht in ausreichenden Mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar. Produktion samt dazu nötiger Infrastruktur stecken noch in den Kinderschuhen.

Mit dem nun zwischen Kanada und Deutschland geschlossenen Abkommen wollen beide Seiten die Wasserstoffwirtschaft ankurbeln. Gut so.

Der Ausbau der deutsch-kanadischen Energiepartnerschaft löst keine kurzfristigen Probleme infolge ausbleibenden Gases aus Russland. Als langfristige Weichenstellung ist sie aber nicht gering zu schätzen. Kanada verfügt nicht nur über ein großes Potenzial für alternative Energien.

Es ist auch reich an Rohstoffen für eine klimaneutrale Zukunft, wie an Mineralien, die zur Entwicklung neuer Technologien nötig sind. Dass die beiden Länder gesellschaftliche Werte teilen und bei Umwelt- und Sozialstandards auf einer Wellenlänge sind, erleichtert künftige Kooperationen.

Auch wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien hierzulande massiv vorangetrieben wird, bleiben Wirtschaft und Verbraucher auf absehbare Zeit auf ausländische Energieimporte angewiesen. Je breiter Deutschland dabei aufgestellt ist, umso geringer ist die Abhängigkeit von einzelnen Partnern.

Wenn Kanada und Deutschland nun voranschreiten, werden sie die Standards auf dem Zukunftssektor Wasserstoffwirtschaft international mitbestimmen. Die Reise des Kanzlers mit seinem Vize über den Atlantik war also vor allem eins: Politik mit Weitsicht.

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