Pannen Bei drei Projekten wird Aurich das Pech gar nicht mehr los
Es gibt Dinge, die wollen nicht klappen. Aurich schlägt sich seit Jahren mit Vorhaben rum, die nicht rund laufen. Das ist nicht nur ärgerlich.
Aurich - War es eine Pleite? Reines Pech? Oder doch eine Panne, die man hätte verhindern können? Wer unterscheidet schon gerne bei Desastern, welchen Charakter sie haben? In Aurich gibt es seit Jahren mindestens drei Objekte, die in diese Kategorie fallen: die Markthalle, die Hafenbecken am Georgswall und das Restaurant Hafenkiste. Die Redaktion hat ein paar Daten und Fakten zu den Pannen-Projekten zusammengetragen, verbunden mit der Frage, wie viel der Steuerzahler bisher schon an Zeit und Geld verloren hat und verlieren wird.
1. Die Markthalle
Was aus der Auricher Markthalle wird, steht in den Sternen. Bis Ende des Jahres soll eine Lösung gefunden werden. Von 1999 bis 2019 hat die Stadt den damaligen Pächtern jährlich einen Betrag von 80.000 Euro gezahlt, weil diese die Kosten für den Umbau übernommen hatten. Zu diesen 1,6 Millionen Euro kommen noch die Beträge, die von der Stadt für Gutachter, Rechtsanwälte und Fachbüros ausgegeben worden sind. Es mussten Pachtverträge aufgesetzt und Expertisen über den Zustand der Markthalle eingeholt werden. Darüber liegen der Redaktion keine Aufzeichnungen vor. Den Betrag zu schätzen wäre unseriös. Die Kosten für einen Abriss der Halle sind vor drei Jahren von der damaligen Baurätin Irina Krantz auf rund 500.000 Euro geschätzt worden. Fakt ist: Die Markthalle macht keinen gepflegten Eindruck mehr, sie liegt als Fremdkörper wie ein gestrandeter, sterbender Wal auf dem Marktplatz.
2. Die Hafenbecken
Die Hafenbecken sind mit der Umgestaltung des Georgswalls nach Plänen des Berliner Landschaftsarchitekten Jörg Michel angelegt worden. Sie zitieren gestalterisch den Hafen, der sich bis in die 1930er Jahre dorthin erstreckte. Kurz nach Fertigstellung im Jahr 2014 zeigten die Becken bereits erste bauliche Mängel. Die zur Verkleidung der Bassins montierten Schieferplatten lösten sich, einige Buchstaben wiesen Risse auf. Die Stadt Aurich hat die Schäden anfangs repariert. Dann bestand Irina Kranz darauf, innerhalb der Gewährleistungspflicht in die Analyse zu gehen. Ein Gutachter stellte fest, dass die Ursache für den Defekt ein Montagefehler der bauausführenden Firma sein könnte. Es kam im Mai zum Prozess vor der Zivilkammer am Landgericht Aurich. Dieser dauert immer noch an. Der nächste Verhandlungstermin sei frühestens Ende des Jahres zu erwarten, hieß es von einer Gerichtssprecherin.
Was aber würde ein Abriss der Hafenbecken kosten? Die Stadt Aurich hatte 2018 ausgerechnet, dass ein Rückbau der Anlage mit anschließender Granitsteinpflasterung und einem bodengleichen Wiedereinbau der Buchstaben mit mindestens 171.000 Euro zu Buche schlüge. Außerdem müssten Fördermittel in Höhe von 69.000 Euro an die N-Bank zurückgezahlt werden. Fakt ist: Die Hafenbecken sehen ohne Wasser hässlich aus. Sie dienen im Herbst als monströse Sammelbecken für Laub. Außerdem wirken sie sich beim Rangieren mitunter störend aus: Autofahrer zerbeulen sich die Karosserie ihrer Wagen.
3. Die Hafenkiste