Prozess am Landgericht Aurich  Nach Feuer in Heisfelder Straße – 25-Jähriger vor Gericht

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 25.08.2022 13:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bei dem Feuer wurde das Haus in der Heisfelder Straße schwer beschädigt. Es ist nicht mehr bewohnbar. Foto: Kierstein
Bei dem Feuer wurde das Haus in der Heisfelder Straße schwer beschädigt. Es ist nicht mehr bewohnbar. Foto: Kierstein
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Anfang März brannte in der Leeraner Innenstadt ein Haus. Noch heute stehen die verkohlten Reste an prominenter Stelle. Dafür muss sich nun ein 25-Jähriger vor Gericht verantworten.

Leer/Aurich - Es steht mitten in der Leeraner Innenstadt und wirkt trotzdem wie ein Fremdkörper. Nur noch das Holzgerippe der Dachkonstruktion eines Wohn- und Geschäftshauses in der Heisfelder Straße ist zu erkennen. Den Rest des Daches hat ein verheerender Brand Anfang März zerstört. Dafür muss sich ab dem 1. September ein 25-jähriger Leeraner vor dem Landgericht in Aurich verantworten.

Ihm wird vorgeworfen, nach einer Auseinandersetzung mit einer Bekannten, deren Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Heisfelder Straße angezündet zu haben. Zu diesem Zeitpunkt sollen sich noch diverse Menschen in dem Haus befunden haben, was dem Angeklagten auch bewusst gewesen sein soll. Die Personen wurden jedoch nicht verletzt. Es soll ein Sachschaden von mindestens 500.000 Euro entstanden sein.

Weitere Vergehen

Darüber hinaus werden dem Angeklagten diverse Diebstähle zur Last gelegt, wobei er teilweise ein gefährliches Werkzeug bei sich geführt oder verwendet und teilweise Gewalt angewandt haben soll. Ferner wird dem Angeklagten ein besonders schwerer Raub sowie eine versuchte Nötigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung zur Last gelegt, welche sich im privaten Umfeld ereignet haben soll.

Die Staatsanwaltschaft ging schon kurz nach dem verheerenden Feuer von einem vorsätzlichen Vorgang aus. Der 25-Jährige sitzt auch schon seit kurz nach dem Feuer in Untersuchungshaft.

Der Tag des Feuers

Es geschah am Samstag, 5. März. Zunächst waren Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst gegen 11.30 Uhr zu einem Zimmerbrand gerufen worden. „Aus dem Zimmerbrand wurde schnell ein Wohnungsbrand“, sagte Dominik Janßen, Sprecher der Kreisfeuerwehr am Tag des Feuers.

Das Wohn- und Geschäftsgebäude musste evakuiert werden. Alle Bewohner verließen rechtzeitig das Haus. „Ich bin erschüttert, wie schnell die Flammen das Haus zerstört haben“, sagte der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst noch am Wochenende des verheerenden Feuers. Er war selbst vor Ort. Durch den Brand seien vier Wohnungen zerstört worden. „In zweien lebten Familien, in den beiden weiteren Einzelpersonen“, so Horst.

Die drei Feuerwehren, die laut Feuerwehrsprecher Dominik Janßen mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort waren, konnten das Haus nicht retten. Das THW wurde schließlich hinzugerufen und sicherte das Gebäude ab. Das Haus ist aktuell nicht bewohnbar. Der Prozess gegen den 25-Jährigen startet am 1. September um 14 Uhr am Landgericht. Aktuell sind vier Folgetermine geplant.

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