Hoffnung und Engagement Stand des Radwegausbaus an der L4 zwischen Wirdum und Norden
Seit Monaten gibt es Diskussionen über den Bau eines Radwegs an der Landesstraße 4. Inzwischen hofft der Verein „Radweglückenschluss an der L4“ auf ein Treffen mit Minister Althusmann.
Schoonorth - Die Landesstraße 4 ist laut. Ein Auto folgt auf das nächste, folgt auf einen Laster. Sie sausen förmlich am Bauernhof der Familie Habbena vorbei. Dabei ist diese Straße nicht einmal für motorisierte Fahrzeuge besonders gut ausgebaut – geschweige denn für Fahrradfahrende.
Auf dem Vorplatz des Hofs im Schatten der Bäume sind Plakate, Sitzbänke und Stehtische mit Info-Material aufgebaut. Im Kreis stehen Menschen, die über genau diese Situation des nicht vorhandenen Radweges sprechen. Organisiert hat das Treffen am Donnerstag der Verein „Radweglückenschluss an der L4“. Doch wie ist der Stand ihrer Mission?
Engagement verbindet
„Wir haben extra Bäume gepflanzt, damit wir Schatten haben – das geht schneller als der Ausbau so einer Straße“, scherzt Wolfgang Hinrichs, der 2. Vorsitzende des Vereins, bevor die Runde aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Vereinsmitgliedern vollständig ist. Zu Beginn der Infoveranstaltung begrüßt der Vorsitzende Garrelt Agena die Anwesenden: Der Verein wolle mit dem Termin „verdeutlichen, wie dringlich es ist, dass sich hier etwas tut“.
Aufmerksam machten die mittlerweile rund 100 Mitglieder des Zusammenschlusses bereits in der Vergangenheit auf das Thema, zum Beispiel mit großen Bannern oder 60 gesammelten, alten Fahrrädern, die in Orange besprüht und entlang der 2,1 Kilometer langen Ausbau-Strecke aufgestellt wurden. Mit Erfolg, wie Agena meint, denn: „Das führt die Menschen auch zusammen.“ Damit meint er diejenigen, die an der L4 wohnen und sich durch das Engagement erst richtig kennengelernt haben.
Einsatz gegen bekannten Ist-Zustand
Früher hätten die Anwohner an der Landesstraße den fehlenden Radweg „immer als gegeben hingenommen“, so der Vereinsvorsitzende. Das sei schon so gewesen, als er selbst ein kleiner Junge war. Er wohnt schon seit seiner Kindheit in der Nähe: „Das war auch bei meinen Kindern so und jetzt sind Enkelkinder da. Doch die kann man hier nicht auf die Straße schicken.“ Im November vergangenen Jahres entstand die Idee, für das Anliegen einen Verein zu gründen. Seit dem 1. Januar gibt es ihn nun.
„Anfangs lagen die Planungskosten für den Radweg bei 30.000 bis 40.000 Euro, dann hieß es irgendwann 180.000 Euro. Eine solche Summe ist aber nicht als Verein und durch bürgerschaftliches Engagement zu stemmen“, erinnert sich Wolfgang Hinrichs. Das erste Treffen mit einigen Amtsträgern aus dem Landkreis und der Gemeinde habe den Verein jedoch positiv gestimmt, da diese ihre Unterstützung zugesagt hätten. „Wir als Verein sind nun nur noch zuständig für den Grunderwerb der Grundstücksteile, die wir für den Radweg benötigen“, erklärt der 2. Vorsitzende weiter. Laut einer Hochrechnung würden sich die Kosten dafür auf 40.000 Euro belaufen.
Hoffnung auf Treffen mit Minister
Doch um dafür Spenden im größeren Rahmen sammeln zu dürfen, braucht es das Okay des Landesministers für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Bernd Althusmann (CDU). Um dieses zu bekommen, sollen ein Motivations- und ein Unterstützerschreiben den Weg zu ihm finden. „Die Schreiben sollten schon lange bei Herrn Althusmann liegen“, erklärt Agena. Doch bisher fehlten noch wichtige Unterschriften wie die der Krummhörner Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos). Diese nimmt die Veranstaltung jedoch direkt zum Anlass, das Unterstützerschreiben zu unterzeichnen – sogar mit einem Kugelschreiber des Radweglückenschluss-Vereins.
„Es soll nur ein Radweg gebaut werden, keine Autobahn. Ich kann es nicht fassen, dass das so ein Aufwand ist“, meint Agena im Gespräch mit der Runde. Er fragt sich, warum erst das Engagement des Zusammenschlusses von Bürgerinnen und Bürgern notwendig ist. Das sieht Olaf Meinen (parteilos), der Landrat des Landkreises Aurich, ähnlich: „Eigentlich ist es nicht die Aufgabe der Bürger, einen Radweg zu bauen, sondern die des Staates.“ Dennoch drückt er den Vorsitzenden seine „Hochachtung“ dafür aus, dass sie „das in die Hand genommen haben“.
Der Verein hofft nun, dass die Schreiben bald von der Straßenbehörde in Aurich nach Hannover zu Bernd Althusmann ins Wirtschfts- und Verkehrsministerium verschickt werden können. „Das ist ein rein formaler Akt“, meint Agena und hofft, dass er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter im September vielleicht sogar einen offiziellen Termin für ein persönliches Treffen mit dem Minister in Hannover bekommen können.
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