Berlin  Bundesnetzagentur-Präsident erwartet kalte Saunen im Winter

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 26.08.2022 17:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sauna Foto: Christin Klose
Sauna Foto: Christin Klose
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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte ein Sauna-Verbot im Winter wegen der Gaskrise. Der Präsident der Bundesnetzagentur meint, für Wellnessoasen werde das Gas ohnehin zu teuer.

Deswegen geht Behörden-Präsident Klaus Müller davon aus, dass im Winter Einschränkungen bei Saunen und Wellness-Einrichtungen kommen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gasverbrauch im Freizeitbereich während des Winters angesichts der extrem hohen Energiepreise einfach weitergeht“, sagte er im Interview mit unserer Redaktion und ergänzte: „In jedem Fall wäre das in einer Gasmangellage grob unsolidarisch.“

Eine Gasmangellage hätte dramatische Folgen für Arbeitsplätze, Betriebe, Produktion. „Das muss jedem klar sein. Jobs und die Herstellung wichtiger Güter sollten uns in der Energiekrise wichtiger sein als persönliche Annehmlichkeiten.“

Der Behördenpräsident beklagte, die Dramatik sei noch längst nicht bei allen angekommen: „Es wird zwar viel über die hohen Preise diskutiert, aber manche denken offenbar, das Ganze habe nichts mit ihnen zu tun. Ich halte das für unangemessen, weil ich nicht will, dass die industrielle Substanz Deutschlands gefährdet wird“, sagte Müller. „Man kann über Waschlappen-Empfehlungen denken, was man will – der Kern der Sache ist sehr ernst.“

In fünf Wochen beginne die Heizsaison. „Jetzt ist der Zeitpunkt, um als Familie, mit dem Vermieter, als Hausbesitzer gründlich zu überlegen, wie es gelingen kann, mindestens 20 Prozent weniger Gas zu verbrauchen“, sagte er. Und wenn Russland noch weniger Gas an uns liefert, müssen die Sparanstrengungen noch verstärkt werden.“

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