Verkehr in Leer Künftig Tempo 70 auf dem Leeraner Stadtring?
Momentan ist der Stadtring wegen einer Sperrung quasi autofrei. Eigentlich ist er jedoch ein stark frequentierter Abschnitt. Ein Anwohner brachte nun eine Lärmschutzidee ins Spiel.
Leer - Dass es derzeit am Leeraner Stadtring laut ist, liegt an den Bauarbeiten. Doch auch dann, wenn alles fertig ist, wird es einen gewissen Geräuschpegel geben. Die Straße ist vielbefahren und teilweise herrscht hier Tempo 100.
Was und warum
Darum geht es: Ein Anwohner des Stadtdrings brachte für die Zukunft das Thema Tempo 70 auf der Straße ins Spiel. Tatsächlich gibt es Pläne, Lärm zu reduzieren.
Vor allem interessant für: Alle, die am Stadtring wohnen und sich von Verkehrslärm gestört fühlen
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Nun meldet sich ein Anwohner zu Wort. Sein Anliegen ist, auf dem Abschnitt zwischen Strohhut und Deichstraße die maximal erlaubte Geschwindigkeit auf 70 Kilometer pro Stunde abzusenken, um die Lärmbelästigung für die Anwohner zu reduzieren.
Es gibt Pläne
Und tatsächlich ist in Sachen Lärmschutz etwas geplant. „Der Stadtring Leer befindet sich im Lärmsanierungsprogramm meines Hauses“, sagt Frank Buchholz, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich. Man habe nach einer Verkehrserhebung ermittelt, wo Schallschutzmaßnahmen umgesetzt werden könnten. Dabei seien diese eine freiwillige Leistung des Bundes, auf die kein Rechtsanspruch bestehe, so der Behördenleiter.
Auf die Frage, ob eine Reduktion der Geschwindigkeit eine Möglichkeit sei, äußerte er sich ebenfalls: „Eine Reduzierung der Geschwindigkeit ist grundsätzlich auch eine theoretische Möglichkeit. Diese bedarf aber als Grundlage gewisser Randbedinungen, die über Vorgaben des Bundes geregelt sind“, sagt er. Da diese aber auch zusätzlich Einfluss auf den Verkehr als solches habe, sei eine Geschwindigkeitsreduzierung am Stadtring nicht vorgesehen. Man sei noch am Anfang. „Diese Maßnahmen sollen über ein Planfeststellungsverfahren rechtlich abgesichert werden“, so Buchholz.
Andere Baustellen
Bevor man sich jedoch an den Schallschutz machen könnte, müssten die anderen Baustellen auf dem Stadtring erst einmal abgeschlossen werden. „Leider haben die aktuellen Entwicklungen an der Bahnbrücke dazu geführt, dass wir nun zunächst sämtliche Bauwerke am Stadtring untersuchen müssen“, erläutert Buchholz.
Damit spielt er auf die beiden Brücken im aktuell vollgesperrten Bereich des Stadtrings an. Zu Anfang der dortigen Arbeiten hieß es, dass eine wichtige Abdichtschicht gefehlt habe. So sei es zu den schweren Schäden gekommen. Später wurde jedoch klar, dass diese Schicht mit abgefräst wurde. „Die Abdichtung, die damals aufgebracht wurde, war eine Lage leimfreies Papier und Gussasphalt. Diese Art der Abdichtung wird schon seit langer Zeit nicht mehr angewendet. Es war damals aber fachgerecht. Beim Fräsen wird eine solche Abdichtung aber mit aufgenommen, so dass es aussieht, als wenn keine Abdichtung vorhanden gewesen wäre“, erklärte Frank Buchholz, als das Rätsel gelöst werden konnte. Seine Befürchtung ist nun, dass die anderen Brücken ebenfalls in dieser Bauart entstanden sind. Das könnte bedeuten, dass auch die anderen Brücken am Stadtring in schlechterem Zustand sind, als von außen zu sehen.
„Da die Bauwerke und die anschließenden Streckenabschnitte auch zum Teil mit Lärmschutzwänden versehen werden sollten, muss die weitere Bearbeitung der Lärmsanierung zunächst solange zurückgestellt werden, bis wir die Ergebnisse der Bauwerke vorliegen haben und daraus die notwendigen Schlussfolgerungen gezogen haben“, so Buchholz. Heißt: Es wird noch dauern. Aber Tempo 70 auf dem Stadtring wäre eine Möglichkeit, Lärmemissionen zu vermeiden.
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