„Vor Zerreißprobe“  Klinikchef spricht bei Kundgebung

| 02.09.2022 15:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fachkräftemangel, ausufernde Bürokratie und unzureichende Finanzierung belasten die Kliniken massiv – dagegen wurde in Oldenburg protestiert. Foto: NKG
Fachkräftemangel, ausufernde Bürokratie und unzureichende Finanzierung belasten die Kliniken massiv – dagegen wurde in Oldenburg protestiert. Foto: NKG
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Um auf die schwierige Lage vieler Krankenhäuser aufmerksam zu machen, gab es am Freitag eine Kundgebung in Oldenburg. Dort sprach auch Claus Eppmann von den Kliniken Aurich-Emden-Norden.

Ostfriesland/Oldenburg - Drei Viertel der niedersächsischen Krankenhäuser sehen sich mittelfristig in ihrer Existenz bedroht. Um auf die schwierige Lage aufmerksam zu machen, gab es an diesem Freitag in Oldenburg eine große Kundgebung von Klinik-Vertretern. Sie stand unter dem Motto „Krankenhäuser vor der Zerreißprobe“.

Anhand von zwei LKWs, die symbolisch ein Krankenhausbett auseinanderziehen, wurden die enormen personellen und finanziellen Belastungen dargestellt, denen die Krankenhäuser derzeit ausgesetzt sind. Die Veranstaltung in Oldenburg fand im Rahmen einer landesweiten Aktion der niedersächsischen Krankenhäuser gemeinsam mit der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) statt. Einer der Redner in Oldenburg war Claus Eppmann, noch bis Ende des Jahres der Geschäftsführer der Kliniken Aurich-Emden-Norden. Einer Mitteilung der Klinik-Trägergesellschaft zufolge hat er das Thema Bürokratie aufgegriffen.

„Zeit fehlt für Patienten“

„Klinikmitarbeiter sind täglich mit einer Flut von Dokumentations- und Nachweispflichten konfrontiert“, wird Eppmann zitiert. „Diese Zeit fehlt für die Versorgung von Patienten, also für die zentrale Aufgabe der Kliniken. Das ist angesichts der ohnehin schwierigen Personalsituation in Krankenhäusern ein unhaltbarer Zustand.“

Deshalb sei es wichtig, die Bürokratie in Krankenhäusern schnell und massiv abzubauen und den Fachkräften das verdiente Vertrauen zu schenken.

Inflation bedroht auch Kliniken

Eppmann appellierte zudem an die Politik, Maßnahmen gegen die massiven wirtschaftlichen Einbußen zu ergreifen, die den Krankenhäusern aufgrund von Inflation und Energiekrise drohen.

„Krankenhäuser müssen für die erheblich steigenden Einkaufspreise selbst aufkommen, sie können diese nicht über Preissteigerungen weitergeben“, wird Eppmann zitiert. „Bei der bereits angespannten finanziellen Situation der Krankenhäuser ist dies nicht leistbar – hier ist die Politik gefragt, Inflations- und Energieausgleiche zu schaffen.“

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