Hamburg  Wursthersteller: Cem Özdemirs Haltungskennzeichen macht Fleisch teurer

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 05.09.2022 12:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wie hat das Schwein gelebt? Das soll das Haltungskennzeichen künftig auf der Fleischverpackung verdeutlichen. Doch die Wirtschaft übt Kritik am Plan von Cem Özdemir. Foto: Sina Schuldt/dpa
Wie hat das Schwein gelebt? Das soll das Haltungskennzeichen künftig auf der Fleischverpackung verdeutlichen. Doch die Wirtschaft übt Kritik am Plan von Cem Özdemir. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Macht das von Cem Özdemir geplante Haltungskennzeichen auf Fleischverpackungen das Fleisch teurer? Die Wurstproduzenten kritisierten die Pläne des Ministers deutlich - und sie sind nicht allein.

Die deutschen Wurstproduzenten üben massive Kritik an Cem Özdemirs Entwurf für ein Haltungskennzeichen. Sarah Dhem, Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Wurst- und Schinkenhersteller sagte unserer Redaktion zur Bewertung des Gesetzentwurfs: „Auf einer Skala von 1 bis 10 lande ich bei minus 5. Da wird nur der Ist-Zustand gekennzeichnet.” Dhem verwies darauf, dass lediglich der Ist-Zustand der Tierhaltung gekennzeichnet werden solle, „davon lebt kein Schwein besser”.

Die Verbandschefin betonte, dass die Folge des jetzt vorgelegten Gesetzentwurfs nur mehr Verwaltungsaufwand und damit höhere Kosten seien. „Das Fleisch wird im Zweifelsfall also teurer, obwohl im Stall nichts besser geworden ist. Einen Anreiz für bessere Tierhaltung schafft das Kennzeichen nicht”, bemängelte Dhem.

Vor Preissteigerungen in Folge des Haltungskennzeichens hatte nach Recherchen unserer Redaktion zuvor auch schon der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels gewarnt. In einem Entwurf für eine Stellungnahme an die Bundesregierung heißt es: „Wir befürchten, dass die Umsetzung dieses Gesetzentwurfs zu einer Verknappung und damit zu einer empfindlichen Verteuerung von Schweinefleischprodukten aus Deutschland führen würde.”

Die Handelskonzerne sehen aber keine Anzeichen dafür, „dass die breite Verbraucherschaft derzeit bereit ist, für eine staatliche Haltungskennzeichnung eine zusätzliche Preissteigerung in Kauf zu nehmen.”

Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) hatte zuvor einen Gesetzesentwurf für ein fünfstufiges Haltungskennzeichen vorgelegt, bei dem die erste Stufe den gesetzlichen Mindeststandard abbilden soll. Gekennzeichnet werden soll zunächst nur Frischfleisch vom Schwein im Supermarkt.

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