Arche weitet Angebot aus  Profis bauen Jugendarbeit in der Krummhörn aus

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 07.09.2022 15:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit 2017 kommen in Manslagt Eltern und Kinder zu privaten Treffen zusammen, die von Andrea de Vries (stehend, rechts) organisiert werden. Das Bild zeigt sie zusammen mit der Gruppe und mit Malte Mand (2. von rechts) auf dem Spielplatz des AWO-Kindergartens. Fotos: Hillebrand
Seit 2017 kommen in Manslagt Eltern und Kinder zu privaten Treffen zusammen, die von Andrea de Vries (stehend, rechts) organisiert werden. Das Bild zeigt sie zusammen mit der Gruppe und mit Malte Mand (2. von rechts) auf dem Spielplatz des AWO-Kindergartens. Fotos: Hillebrand
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Die Jugendhilfe soll in der ganzen Region professionell ausgebaut werden. Dahinter steckt eine Initiative der Kirche Visquard, die neue Möglichkeiten schafft.

Manslagt - Krabbelgruppen mit Elterncafés, Freizeit-Aktivitäten für Jugendliche und Senioren, Seminare und Hausaufgabenhilfe: Diese und weitere Angebote sollen in der ganzen Region ausgebaut werden. Daran arbeiten zumindest die Initiatoren der Jugendhilfe-Einrichtung Arche aus Visquard, die nun einen zweiten Standort in Manslagt aufbauen. Dieser soll nämlich nur einer von möglichst vielen weiteren sein, die mithilfe von Fördermitteln und Fachkräften Profi-Niveau erreichen könnten. Wie das genau aussehen soll, erklären jetzt Malte Mand und Andrea de Vries von der Arche im Gespräch mit unserer Zeitung.

Was und warum

Darum geht es: In Manslagt entsteht jetzt Schritt für Schritt ein weiterer Standort der Jugendhilfe-Einrichtung Arche. Dabei alleine soll es aber nicht bleiben.

Vor allem interessant für: Senioren oder Familien in kleinen Dörfern auf der Suche nach Angeboten vor Ort

Deshalb berichten wir: Die Arche hat unsere Zeitung nach Manslagt eingeladen, um über die Pläne zu berichten.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Fünf Jahre sind es her, dass de Vries in Manslagt eine Krabbelgruppe ins Leben rief, sagt sie. Inzwischen ist daraus ein regelmäßiger Treff von Kindern und ihren Eltern geworden, der in Spitzenzeiten bis zu etwa 25 Teilnehmer zählt. Das Problem: Bislang handelt es sich um private Zusammenkünfte, für die es keine Fördermittel gibt. Die aus Canum stammende Initiatorin muss also Kaffee und mehr schlimmstenfalls komplett aus eigener Tasche bezahlen, wenn die Geld- und Sachspenden mal nicht ausreichen. Damit die Gruppe außer dem Spielplatz des AWO-Kindergartens auch einen Raum des benachbarten kirchlichen Gemeindehauses nutzen kann, muss sie diesen zudem selbst putzen.

Vorteile kirchlicher Trägerschaft

Da sich de Vries aber inzwischen bei der Arche in Visquard engagiert, sei schließlich die Idee aufgekommen, die Gruppe in Manslagt in eine neue Arche zu verwandeln und auszubauen. Die Vorteile: Die Arche ist ein Angebot der evangelisch-reformierten Kirche und weil die Kirchengemeinde Visquard-Groothusen nun mit Uttum und Manslagt zusammengelegt wird, gibt es für die Arche auch Zutritt zu den dortigen kirchlichen Immobilien. In Manslagt steht damit künftig also auch mehr als nur ein Raum zur Verfügung. Außerdem ist die Arche staatlich anerkannt und erhält damit nicht nur Fördermittel von der Kirche, sondern auch von der Gemeinde Krummhörn, vom Landkreis Aurich und von einem eigenen Förderkreis. So wurde es in Visquard bereits möglich, ein betreutes Nachmittagsangebot für Kinder inklusive Verpflegung anzubieten und es werden auch Jugendliche angesprochen. Zudem gibt es eine Tanzgruppe, Hausaufgabenhilfe und erste Angebote für Erwachsene – speziell für Senioren.

Derzeit steht für den Kindertreff in Manslagt nur ein Raum im Gemeindehaus der Kirche zur Verfügung. Die Einrichtung wurde privat organisiert.
Derzeit steht für den Kindertreff in Manslagt nur ein Raum im Gemeindehaus der Kirche zur Verfügung. Die Einrichtung wurde privat organisiert.

Von alledem könnten in den kommenden Jahren auch die Menschen in Manslagt profitieren, falls der Aufbau gelingt und das Jugendamt die Einrichtung vollwertig anerkennt. Dafür müssen nämlich viele Richtlinien erfüllt werden, die zum Beispiel die Ausstattung und das Personal betreffen. In Visquard gebe es derzeit drei hauptamtliche und etwa zehn ehrenamtliche Kräfte, die sich um alles kümmern, so Mand und de Vries. Es sei wichtig, gerade in kleinen Orten derartige Angebote zu schaffen, betont Mand. Der Sozialarbeiter geht nämlich davon aus, dass es aufgrund der Energiekrise künftig weniger Zweitwagen geben wird und es der nicht berufstätige Elternteil zu Hause immer schwieriger haben wird, mobil zu bleiben.

Konzept steht zum Kopieren bereit

Wenn die Arche Manslagt gut anläuft, sind perspektivisch weitere Standorte im Bereich des neuen Zuschnitts der Kirchengemeinde geplant. Dabei schaue man, was es bereits alles an bestehenden Gruppen gebe, so die Initiatoren. Diese möchten ihr Konzept nach dem Prinzip eines dezentralen Familienzentrums aber auch allen anderen Kirchengemeinden anbieten, die Archen in ihren eigenen Kommunen verwirklichen wollen. Diese müssten sich dann allerdings selbst um den Aufbau und um die Finanzierung kümmern.

Früher sei die kirchliche sowie die Jugendarbeit oftmals Sache der einzelnen Dörfer gewesen. Heute müsse man stärker zusammenarbeiten, betonen Mand und de Vries. Dabei verzichtet die Arche ganz bewusst auf die Gründung von Trägervereinen oder gemeinnützigen Gesellschaften (gGmbH), was rechtliche Umwege erspare. Was das angeht, so profitieren die Initiatoren gerade zudem davon, dass die Pfarrstelle ihrer Kirchengemeinde unbesetzt ist, sagen sie. Das habe dazu geführt, dass der Kirchenrat ihnen Rechte übertragen habe, die nun Rücksprachen mit der Führungsspitze ersparen.

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