Überraschende Wende Kronzeuge aus Wilhelmshaven sorgt für Freispruch im Drogenprozess
Welche Rolle spielte ein 40-Jähriger beim Schmuggel von 400 Kilo Kokain? Ein Kronzeuge aus Wilhelmshaven brachte Licht ins Dunkel.
Wilhelmshaven/Oldenburg - Mit einem Freispruch ist schneller als geplant vor dem Oldenburger Landgericht der Prozess gegen einen Mann beendet worden, der als mutmaßliches Mitglied einer Wilhelmshavener Drogenbande am Schmuggel von 400 Kilogramm Kokain beteiligt gewesen sein sollte. Entscheidend für diese überraschende Wende war ein Bandenmitglied. Es hatte als Kronzeuge in anderen Verfahren bereits gegen seine ehemaligen Komplizen ausgesagt.
Gegen den 40-Jährigen, der jetzt angeklagt war, konnte der Kronzeuge aber nichts Belastendes aussagen. Er habe den Mann zweimal gesehen, an Gesprächen über den Drogenschmuggel er nicht beteiligt gewesen.Welche Funktion der 40-Jährige innerhalb der Bande hatte, wusste der Kronzeuge nicht. Nur soviel konnte er sagen: Der 40-Jährige dürfte keine relevante Rolle gespielt haben.
Drogen in Fruchtfleisch versteckt
Außer der Aussage des Kronzeugen hatte das Gericht kein weiteres Beweismaterial gegen den Angeklagten. Und weil der Kronzeuge ihn eher entlastet hatte, wurde der Angeklagte freigesprochen. Er konnte als freier Mann den Gerichtssaal verlassen. Erst im Mai dieses Jahres war der Niederländer nach Deutschland ausgeliefert worden und saß seitdem in Untersuchungshaft.
Die Wilhelmshavener Drogenbande hatte in Südamerika 400 Kilogramm Kokain gekauft. Die Drogen sollten eingefroren in Fruchtfleisch durch Deutschland nach Russland geschmuggelt werden. Für diese und weitere Taten waren die Bandenchefs in einem gesonderten Verfahren zu Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren verurteilt worden. Der Kronzeuge, der alle belastet hatte, kam mit acht Jahren Gefängnis davon.
Kronzeuge soll gegen Bandenchef aus Wilhelmshaven aussagen
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