Viel Arbeit für Jobcenter Ab September steigt Arbeitslosigkeit im Kreis Leer
Der Grund sind geflüchtete Ukrainer, die nach ihrer Ankunft vom Zentrum für Arbeit als Kunden geführt werden. Bisher wurden nur wenige in Arbeit vermittelt.
Leer - Die Arbeitslosenquote im Landkreis Leer wird ab dem Monat September voraussichtlich deutlich ansteigen. Dies gilt insbesondere für die Zahlen des Jobcenters des Landkreises, Zentrum für Arbeit (ZfA). Denn jeder Geflüchtete aus der Ukraine wird ab seiner Ankunft als Kunde des Jobcenters geführt.
Für den Monat August liegt die Arbeitslosenquote für den Landkreis Leer insgesamt bei 5,1 Prozent, für den Bereich Sozialgesetzbuch II, also für das ZfA, liegt sie bei 3,0 Prozent. Zu Beginn des Jahres war die Zahl der Jobcenterkunden noch gesunken, seit Juni steigt sie wieder.
1400 Personen schon als Kunden erfasst
Ab da wechselten die ukrainischen Flüchtlinge aus dem Asylbewerberleistungsgesetz in den Bezug von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (häufig als „Hartz IV“ bezeichnet). Bisher hat das ZfA rund 1400 Personen aus der Ukraine erfasst.
Für die Mitarbeiter des ZfA bedeutet das, sich direkt nach der Ankunft um die Geflüchteten zu kümmern. Wie der Leiter des ZfA, Michael Kläsener, im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit im Landkreis Leer ausführte, wird jeder Geflüchtete durch die Ausländerbehörde aufgenommen, danach helfen die ZfA-Mitarbeiter beim Ausfüllen der entsprechenden Anträge. Dabei beginnt unmittelbar die Vermittlungsarbeit. Wie Kläsener sagte, möchten viele Geflüchtete gerne arbeiten – aber es ist nicht so einfach. Schon in der Erstaufnahmeeinrichtung in der BBS-Halle werden zwei mal wöchentlich Beratungen dahingehend angeboten.
Bisher 47 in Arbeit vermittelt
Die Geflüchteten sind überwiegend Frauen, viele kommen mit Kindern im Landkreis Leer an. Sie würden laut Kläsener gerne parallel zum Sprachkursus bereits einen Minijob oder eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen, aber das scheitere oft an mangelnder Mobilität oder fehlender Kinderbetreuung. Bei Geflüchteten mit höherem Bildungsniveau müssen die Abschlüsse in der Regel erst über das IQ-Netzwerk anerkannt werden.
Deshalb konnten laut Kläsener bisher nur 33 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermittelt werden, außerdem 14 geringfügige Beschäftigungen. „Das ist nicht viel“, räumte der ZfA-Leiter ein. Das Haupthindernis sei die Sprache, denn die meisten Geflüchteten sprechen nur Ukrainisch oder Russisch, selten Englisch, fast nie Deutsch. Manche Arbeitgeber seien zudem unsicher, ob die Ukrainer an einer langfristigen Beschäftigung interessiert sind oder eher hoffen, in ihre Heimat zurückkehren zu können.
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