Runder Tisch zur Jugend Offener Treff in Pewsum macht keinen Sinn
Noch in diesem Jahr soll es in der Krummhörn bei einer Konferenz um die Ideen und Wünsche der Jugend gehen. In Greetsiel sammelt man indes gute Erfahrungen.
Pewsum/Greetsiel - Während die kirchliche Jugendhilfe-Einrichtung Arche aus Visquard nun auch in Manslagt Angebote für den Nachwuchs schaffen will, wird auf kommunaler Seite weiter ein Runder Tisch zur Jugendarbeit allgemein vorbereitet. Krummhörns Gemeindesprecher Fritz Harders bestätigt auf Nachfrage, dass es noch in diesem Jahr ein Treffen geben soll. Die Grünen hatten bereits im Mai im zuständigen Ratsausschuss einen Runden Tisch gefordert und damit auf Kritik des Heimatvereins reagiert. Dieser ärgert sich über auffällige Kinder und Jugendliche, die an der Manningaburg wiederholt durch Schmierereien, Müll, Lärm und mehr auffallen.
Was und warum
Darum geht es: In der Gemeinde Krummhörn wird derzeit versucht, die Jugendarbeit zu verbessern.
Vor allem interessant für: Eltern und ihr Nachwuchs
Deshalb berichten wir: Anlässlich des Projektbeginns der Arche in Manslagt haben wir uns gefragt, wie es inzwischen beim offenen Treffpunkt in Greetsiel aussieht. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Auf der anderen Seite wird allerdings auch kritisiert, dass es in Pewsum und umzu an geeigneten Treffpunkten für den Nachwuchs mangelt und dessen Wünsche offenbar unklar sind. Darum arbeite Krummhörns Jugendpfleger Christian Behringer momentan an einem neuen Konzept zur Jugendarbeit, so Harders. „In Vorbereitung ist eine Jugendkonferenz, zu der junge Leute eingeladen werden, auf der sie ihre Ideen, Vorstellungen und Wünsche einbringen können.“ Behringer stehe dafür im Austausch mit der Einrichtung „Partnerschaft für Demokratie“, mit dem Sozialraum-Manager des Landkreises Aurich, Alexander Wortmann, der sein Büro im Familienzentrum in Pewsum hat, sowie mit der Schulsozialarbeit an der IGS. Eines stehe jedoch schon jetzt fest. Das Jugendhaus in Pewsum werde außerhalb der Ferien kaum noch angenommen, „eine dauerhafte Öffnung ist nicht mehr zielführend“, so der Sprecher weiter. „Das ist das Ergebnis einer Testphase, die vor den Sommerferien gelaufen ist.“ Allerdings gebe es im Jugendhaus auch weiterhin Angebote von der Jugendpflege im Zusammenhang mit dem Ferienpass, denn die seien stets ausgebucht. „Außerdem nutzt der TuS Pewsum das Jugendhaus für Seminare und Fortbildungen.“
Offener Treff in Greetsiel
Unterdessen hat sich in Greetsiel inzwischen ein Angebot für Jugendliche etabliert, das im Februar der Presse vorgestellt worden war und als Vorlage für weitere Treffpunkte dieser Art verstanden werden kann. Dort stellt der TV Greetsiel nämlich der Jugend den Wintergarten seines Sportlerheims zur Verfügung, ohne dass eine volljährige Aufsicht vor Ort sein muss. Stattdessen übernehmen drei ältere Jugendliche einen Teil der Verantwortung, die im Ernstfall aber angeblich ebenso wenig haften müssen wie der TV, die Kirchengemeinde oder die Gemeinde Krummhörn, die das Projekt unterstützen. Möglich machen das demnach Einverständnis-Erklärungen der Eltern.
Wie Pastor Hartmut Lübben und Vereinschef Volker Kaliszewski jetzt auf Nachfrage bestätigen, habe sich die Gruppe eingespielt und „der Laden läuft“, so Lübben. Regelmäßig komme die im Kern aus etwa zwölf bis 15 Personen bestehende Gruppe zusammen und die drei verantwortlichen Jugendlichen geben danach Rückmeldungen zum TV, zur Kirche und zur Gemeinde. Inzwischen denke man auch über Projekte nach, um sich der Öffentlichkeit näher vorzustellen, so Kaliszewski. „Das müssen wir aber noch konkret besprechen.“
Trotz des positiven Zwischenfazits habe es jedoch noch keine konkreten Nachfragen von Sportvereinen oder anderen Institutionen aus der Gegend gegeben, die das Konzept bei sich umsetzen wollen. Wenn überhaupt, habe man sich nur vereinzelt ganz grob beim TV erkundigt, so der Vereinsvorsitzende. Gemeindesprecher Harders sind ebenfalls keine anderen Orte bekannt, in denen über vergleichbare Jugendtreffs nachgedacht wird, schreibt er uns. Malte Mand und Andrea de Vries von der Arche wiederum verwundert das Konzept. Es unterscheide sich zwar grundlegend von dem pädagogischen Ansatz der Visquarder, sei aber in jedem Fall besser, als gar kein Angebot zu haben.
Profis bauen Jugendarbeit in der Krummhörn aus
Politik regt Runden Tisch mit der Jugend an
Das plant der neue Jugendpfleger in der Krummhörn