London  Ein Land steht still: Was sich nach dem Tod der Queen in Großbritannien ändert

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 09.09.2022 11:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Große Trauer um die Queen: Im Vereinigten Königreich steht das öffentliche Leben still. Foto: imago-images/Richard Washbrooke
Große Trauer um die Queen: Im Vereinigten Königreich steht das öffentliche Leben still. Foto: imago-images/Richard Washbrooke
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Nach dem Tod der geliebten Queen Elizabeth II. steht ganz Großbritannien unter Schock. Zu Ehren der verstorbenen Königin sind zehn Tage Staatstrauer angeordnet. Eine Nation steht buchstäblich still.

Eine Nation trauert um ihr Staatsoberhaupt: Nach dem Tod von Queen Elizabeth II. hat sich tiefe Trauer über das Vereinigte Königreich gelegt. Als Zeichen des Respekts sind bereits viele Veranstaltungen abgesagt. Mit dem Tod der Königin stehen zudem etliche Änderungen an, unter anderem müssen neue Geldscheine gedruckt werden.

Bis zur Beerdigung, die wahrscheinlich am Montag, 19. September, in London stattfinden wird, gibt es eine zehntägige Staatstrauer.  Der neue britische König Charles III. hat zudem die Dauer der Trauerzeit für die Königsfamilie festgelegt. Wie der Palast am Freitag mitteilte, soll nach dem Begräbnis noch sieben Tage getrauert werden. Bis dahin sollen auch die Flaggen an den königlichen Schlössern auf halbmast wehen, mit Ausnahme der Königlichen Standarte, wenn der König anwesend ist.

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Bereits am gestrigen Donnerstag wurden aus Respekt fast alle Events in Großbritannien abgesagt. Und so wird es auch in den kommenden Tagen weitergehen. Die für Freitag geplanten Golf-Turniere, Pferderennen, Rugbyspiele und Fußballspiele sind bereits abgesagt worden. Das Radrennen „Tour of Britain“ wurde abgebrochen und ein Test-Cricket-Spiel zwischen England und Südafrika verschoben. Auch der Premier-League-Spieltag ist offiziell abgesagt worden.

Es wird erwartet, dass Theateraufführungen im Land zwar weiter stattfinden, jedoch vor jeder Veranstaltung eine Schweigeminute abgehalten werden wird. Auch das weltberühmte Musikfestival „Last Night of the Proms“, das am Freitag stattfinden sollte, wurde abgesagt. Selbst ein bereits terminierter Streik der Eisenbahner am 15. und 17. September wurde als Zeichen des Respekts abgesagt. Ein Streik der Postangestellten, der am heutigen Freitag stattfinden sollte, ist gecancelt worden.

Mit dem Tod der Queen wird es einige sichtbare Änderungen im Vereinigten Königreich geben. Insgesamt gibt es laut einem Bericht der „BBC“ 29 Milliarden Cent-Münzen im Land, die mit dem Konterfei der Königin bedruckt sind. Natürlich behalten diese, genauso wie die Pfund-Scheine, ihre Gültigkeit, doch sie werden nach und nach durch neue Münzen und Scheine mit dem Gesicht des neuen Königs Charles III. ersetzt. Das kann aber noch Jahre dauern.

Millionen britische Briefmarken mit dem Konterfei der verstorbenen Königin Elizabeth II. bleiben gültig - das hat der nationale Postdienst Royal Mail am Freitag bestätigt. Ob und wann neue Briefmarken mit einem Bild von König Charles III. produziert werden, ist noch unklar. „Wir werden künftige Briefmarkenausgaben zu gegebener Zeit ankündigen“, teilte die Post mit. „Wir werden Buckingham Palast wie üblich zu Rate ziehen, bevor wir weitere Ankündigungen machen.“ Auch die Briefkästen mit den Insignien der verstorbenen Königin werden laut Royal Mail nicht ausgetauscht. „Wie in der Vergangenheit werden nach dem Tod der Monarchin alle bestehenden Briefkästen unverändert bleiben. Briefkästen, die bereits in Produktion sind oder für die Aufstellung vorbereitet werden, werden ebenfalls die Insignien von Königin Elisabeth II. beibehalten.“

Neben Briefmarken und Briefkästen tragen auch diverse Lebens- oder Arzneimittel das königliche Wappen von Queen Elizabeth II. Diese Produkte sind mit dem Royal Warrant gekennzeichnet und müssen auch abgeändert werden.

Auch alle britischen Reisepässe sind im Namen ihrer Königlichen Hohheit Elisabeth II. ausgestellt, behalten aber natürlich ihre Gültigkeit. Aber bei neu ausgestellten Pässen wird auf der vorderen Umschlagseite nicht mehr „Ihre Majestät“ stehen, sondern „Seine Majestät“ stehen. Auch alle Polizeikräfte in England und Wales müssen die königliche Chiffre von Queen Elizabeth II. in der Mitte ihrer Helmplatte ändern. Außerdem wird die Nationalhymne angepasst. Von nun an heißt es: „God save the king“.

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