Osnabrück  Wie feige sind die deutschen Bischöfe eigentlich?

Stefanie Witte
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Von Stefanie Witte
| 09.09.2022 16:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Georg Bätzing muss als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz das Verhalten seiner Kollegen erklären. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Georg Bätzing muss als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz das Verhalten seiner Kollegen erklären. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Skandal beim Synodalen Weg in der katholischen Kirche: Ein zentrales Papier wird gegen die Ewartung vieler abgelehnt. Der Vorgang lässt tief blicken.

Wie feige sind die deutschen katholischen Bischöfe? Nach dem Eklat beim Synodalen Weg, dem Reformprozess der Kirche, sind viele Teilnehmer wütend und enttäuscht. Ein zentrales Papier zur Sexualmoral wurde mangels ausreichender Zustimmung aus den Reihen der Bischöfe abgelehnt. Nun mag mancher unken: katholische Kirche und Demokratie - das kann ja nicht funktionieren. Aber es geht hier nicht nur um eine Abstimmung, sondern um die innere Verfassung der katholischen Führungsebene.

Der Skandal wäre erheblich kleiner ausgefallen, wenn sich im Vorfeld abgezeichnet hätte, dass die Reformer keine ausreichende Mehrheit haben. Nun zeigt sich: Das eigentliche Problem ist, dass ein Bischof nicht weiß, was der andere denkt. Die weltoffenen Bischöfe, zu denen auch Georg Bätzing als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gehört, schieben die Schuld auf die Kontra-Bischöfe. Diese gäben sich nicht zuerkennen, machten ihre Meinung nicht öffentlich, sondern drückten lieber heimlich, still und leise den roten Ablehnungsknopf.

Ja, das ist feige. Ein Bischof leitet ein Bistum, ist bisweilen Identifikationsfigur für Millionen Gläubige. Von solch einem Menschen darf man erwarten, dass er seine Meinung öffentlich vertritt. Aber das Verhalten der reformwilligen Bischöfe ist nicht besser: Bei einer internen Aussprache der DBK haben die sich offenbar nicht einmal getraut, nachzufragen, wer wie abgestimmt hat.

Was für eine Atmosphäre muss in dieser Gruppe von sogenannten Brüdern herrschen, wenn der eine die Überzeugungen des anderen nicht kennt? Wie muss das Miteinander aussehen, wenn die Bischöfe sich auch nach einem solchen Knall nicht trauen, Mitbrüder nach Verhalten und Gründen zu fragen? Es braucht keinen Papst, der dem deutschen Reformweg einen Riegel vorschiebt. Die deutschen Bischöfe zerlegen das, was von der katholischen Kirche übrig ist, gerade selbst. Für den Katholizismus in Deutschland könnte das auf lange Sicht bedeuten, was ein Synodaler am Freitag skizzierte: die Kirche als Immobilienfirma ohne Mitglieder.

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