Synodaler Weg  Die Bischöfe sind feige

Stefanie Witte
|
Ein Kommentar von Stefanie Witte
| 09.09.2022 17:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Georg Bätzing muss als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz das Verhalten seiner Kollegen erklären. Foto: Gollnow/DPA
Georg Bätzing muss als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz das Verhalten seiner Kollegen erklären. Foto: Gollnow/DPA
Artikel teilen:

Skandal beim Synodalen Weg in der katholischen Kirche: Ein zentrales Papier wird gegen die Erwartung vieler abgelehnt. Der Vorgang lässt tief blicken.

Wie feige sind die deutschen katholischen Bischöfe? Nach dem Eklat beim Synodalen Weg, dem Reformprozess der Kirche, sind viele Teilnehmer wütend und enttäuscht. Ein zentrales Papier zur Sexualmoral wurde mangels ausreichender Zustimmung aus den Reihen der Bischöfe abgelehnt. Nun mag mancher unken: Katholische Kirche und Demokratie – das kann ja nicht funktionieren. Aber es geht hier nicht nur um eine Abstimmung, sondern um die innere Verfassung der katholischen Führungsebene.

Die weltoffenen Bischöfe, zu denen auch Georg Bätzing als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gehört, schieben die Schuld auf die Kontra-Bischöfe. Diese gäben sich nicht zu erkennen, machten ihre Meinung nicht öffentlich, sondern drückten lieber heimlich, still und leise den roten Ablehnungsknopf. Ja, das ist feige. Ein Bischof leitet ein Bistum, ist bisweilen Identifikationsfigur für Millionen Gläubige. Von solch einem Menschen darf man erwarten, dass er seine Meinung öffentlich vertritt. Aber das Verhalten der reformwilligen Bischöfe ist nicht besser: Bei einer internen Aussprache der DBK haben die sich offenbar nicht einmal getraut, nachzufragen, wer wie abgestimmt hat.

Es braucht keinen Papst, der dem deutschen Reformweg einen Riegel vorschiebt. Die Bischöfe zerlegen das, was von der katholischen Kirche übrig ist, gerade selbst.

Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de

Ähnliche Artikel