Betreuung von Kindern Stadt Norden will Ganztagsangebot ausbauen
Weil die Nachfrage in Norden steigt, baut die Stadt ihre Kinderbetreuung aus. Schritt für Schritt. Die Pläne hängen jedoch auch von Bauarbeiten ab.
Norden / HEI/HIB - Die Nachfrage nach längeren Betreuungszeiten in den Kindergärten der Stadt Norden nimmt zu. „Die ganztägige Betreuung von Kindern im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung ist inzwischen zur gesellschaftlichen Normalität geworden“, so Jasmin Ihnken, Leiterin der Sozialen Betriebe der Stadt Norden. Die Kommune will auf diesen gestiegenen Bedarf reagieren und die Betreuungszeiten ab 2023 anpassen. Das Ganztagsangebot soll ausgebaut werden.
Aktuell bietet lediglich die Kindertagesstätte Hooge Riege als städtische Einrichtung eine Ganztagsbetreuung für 25 Kinder an. Bei den freien Trägern in der Stadt ist das Angebot üppiger: Das Kinderhaus Norden, das Nachbarschaftszentrum des Kinderschutzbundes, die Awo-Kita Koolmannkids sowie die Kita Weltentdecker bringen es zusammen auf 140 Ganztagsplätze.
Losgehen soll es in Süderneuland
Bei der Wahl der Kindertagesstätte spielen die Betreuungszeiten laut Verwaltung allerdings eine immer größere Rolle. Und im Hinblick auf die zunehmende Erwerbstätigkeit beider Elternteile sei mit einem Abschwung der Tendenz auch nicht zu rechnen. Im Gegenteil: „Mit einem weiter steigenden Bedarf ist zu rechnen“, so Ihnken. Deshalb stelle der Landkreis Aurich in seiner fortgeschriebenen Bedarfsplanung auch einen akuten Handlungsbedarf hinsichtlich der Ganztagsangebote fest.
Der Ausbau der ganztägigen Betreuung soll nach den Worten von Ihnken Schritt für Schritt erfolgen. Den Anfang soll die Kindertagesstätte Süderneuland machen. Dort wäre eine Umsetzung aus Sicht der Verwaltung zum Januar 2023 realistisch umsetzbar. In der Kita Schulstraße hängt der Beginn des Angebots davon ab, zu wann der Umbau fertiggestellt werden kann. Derzeit wird der Kindergarten umgebaut und um ein Mehrzweckgebäude sowie einen Krippen-Anbau erweitert.
Kernzeit zwischen 8 und 15 Uhr
Für Süderneuland empfiehlt die Verwaltung für mindestens zwei Gruppen erweiterte Betreuungszeiten anzubieten. „Ideal wäre eine Kombination aus der Krippengruppe und der Kindergartengruppe.“ Dann hätten Eltern mehrerer Kinder unterschiedlichen Alters keine Probleme bei der Unterbringung. Angedacht ist eine Ausweitung der Betreuung auf eine Kernzeit von 8 bis 15 Uhr sowie einen Frühdienst ab 7 Uhr und einen Spätdienst bis 16 Uhr. Eine längere Betreuung bedeutet mehr Personal in den Kindertagesstätten sowie höhere Kosten für die Stadt. Dennoch sprachen sich die Mitglieder des zuständigen Fachausschusses jetzt einstimmig für das erweitere Angebot aus.
Die Stadt will den Einwohnern aber nicht nur mit den Betreuungszeiten entgegenkommen. So beschloss der Rat kürzlich, dass die Gebühren für Kindergarten- und Krippenplätze vorübergehend ausgesetzt werden sollen. Hintergrund sind die mit dem Krieg in der Ukraine zusammenhängenden steigenden Energie- und sonstigen Kosten. „Wir wollen vor allem Familien und Kinder entlasten“, so Nordens Bürgermeister Florian Eiben (SPD). Ausgesetzt werden die Gebühren zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März.
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