Ausbaupläne in Norddeich Wohnmobil-Parkplatz kann nicht ausgebaut werden
Die Stadt Norden scheitert zum zweiten Mal mit einem Antrag, den Parkplatz am Norddeicher Schwimmbad Ocean Wave auszubauen. Die Argumente der Verwaltung nicht überzeugend für Politik.
Norden - Und wieder hat die Norder Politik die Verwaltung abblitzen lassen – dabei ging es aus Sicht der Verwaltung nur um eine Kleinigkeit. Sie will den Park- und Wohnmobil-Stellplatz am Ocean Wave in Norddeich ausbauen und um rund 40 Stellplätze erweitern. Die Politik ist anderer Meinung.
Schon in der vorangegangenen Diskussion sprachen sich die Ausschussmitglieder gegen eine Förderung des Massentourismus und eine weitere Versiegelung der Flächen aus. Auch der Verwaltungsausschuss konnte sich nicht zu einem positiven Beschluss durchringen, verwies den Antrag stattdessen wieder zurück in den Fachausschuss. Nun lag es also wieder an Bernd Kumstel, Fachdienstleiter Umwelt und Verkehr, der Politik die Idee des Ausbaus erneut schmackhaft zu machen. Aus seiner Sicht waren die bisherigen Diskussionen „viel zu heiß gekocht“ worden. „Eigentlich wollen wir nur geltendes Baurecht umsetzen, wozu wir auch angehalten sind“, sagte er. Es handele sich lediglich um einen Restausbau, einen Lückenschluss, der den Haushalt nicht belasten werde. Finanziert werden soll der Ausbau nämlich aus den Erträgen der Parkgebühren. „Bevor wir weitere Pläne auf den Weg bringen und viel Zeit investieren, brauchen wir von Ihnen aber noch mal eine grundsätzliche Entscheidung“, so Kumstel in Richtung Politik.
Fachdienst versuchte, mit Farbskizzen zu überzeugen
Diesmal hatte sein Fachdienst extra farblich gestaltete Skizzen mitgebracht, um den Ausschussmitgliedern zu verdeutlichen, was genau auf dem Parkplatz passieren soll. Schon jetzt gebe es an der Stelle 1000 Stellplätze, es handele sich lediglich um 40 weitere Plätze. Eine anderweitige Nutzung für die Fläche sieht das Baurecht an der Stelle auch gar nicht vor, insistierte Kumstel. Der Parkplatz sei und werde keine Konkurrenz zum Campingplatz sein. Um es den Politikern noch etwas leichter zu machen, versicherte Kumstel, es sei geplant auf dem gesamten Parkplatz mehr Bäume und Sträucher zu pflanzen, um den Platz attraktiver zu machen, die Versiegelung aufzubrechen, und so bessere Ablaufmöglichkeiten für das Regenwasser zu schaffen.
Doch alle Überzeugungsarbeit, alles Insistieren führte am Ende nicht in die von Kumstel gewünschte Richtung. Sowohl CDU als auch SPD, ZoB und Grüne zweifelten die Pläne weiterhin an. Der Ausbau des Platzes habe nicht die vorderste Priorität, sagte Alwin Mellies (CDU). Auch SPD und Grünen geht es zunächst darum, den ganzen Parkplatz zu verbessern, ein Gesamtkonzept für eine Begrünung und die Entwässerung zu erstellen. Außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass Langzeitparker dort auch bestraft würden. Denn in den Abendstunden wird dort momentan gar nicht kontrolliert, gab Kumstel zu. Das könne der Ordnungsdienst derzeit noch nicht leisten.
Am Ende bekam Kumstel eine klare Entscheidung: Mit fünf zu vier Stimmen lehnte die Politik die Ausbaupläne ab – schon wieder.